Die Sürenheider Schützenbruderschaft St. Georg Dreiländereck hat einen neuen König der Könige: Michael Edenfeld. Am vergangenen Wochenende wagte er sich trotz besorgter Warnungen seines Vorgängers, Helmut Kosfeld, der ihm riet: „Pass auf, es wird gefährlich“, an den hölzernen Vogel. Ursprünglich wollte Edenfeld den Vogel gar nicht von der Stange holen. Doch der Schützendrang war stärker, und mit seinem 127. Schuss traf er genau ins Schwarze und holte den Vogel von der Stange. Damit erzielte er einen beachtlichen Hattrick, indem er nicht nur den Vogel abräumte, sondern auch zwei Insignien, das Zepter und den Apfel, für sich sichern konnte.
Sein Vorgänger Frank Schmees hatte zuvor mit dem 63. Schuss die Krone abgeschossen und somit den Weg für Edenfeld geebnet. Nun löst er Schmees als König der Könige ab und freut sich auf das kommende Jahr, wenn eine neue Wahl ansteht.
Tradition und Brauchtum des Schützenwesens
Das Vogelschießen hat in Deutschland eine lange Tradition und ist ein fester Bestandteil des Schützenbrauchtums. In der Regel wird ein Holzvogel auf einer 20 bis 30 Meter hohen Stange befestigt, und die Schützen versuchen, ihn mit einer Armbrust oder abgeflachten Bolzen abzuschießen. Der letzte Schütze, der das letzte Stück des Vogels abholt, wird zum König gekrönt. Diese Art des Schießens hat sogar zur Redewendung „Er/Sie hat den Vogel abgeschossen“ geführt, die heute im alltäglichen Sprachgebrauch verwendet wird. Während viele Vereine modernes Schießen mit Kleinkaliber- und Luftdruckwaffen praktizieren, bleibt das traditionelle Königsschießen beliebt.
Ein zentrales Element jedes Schützenfestes ist der Umzug, insbesondere im Rheinland, wo das Fahnenschwenken eine große Rolle spielt. Die Schützen tragen ihre spezielle Tracht und die Vereinsfahne bei offiziellen Anlässen, was die Verbundenheit mit dieser jahrhundertealten Tradition unterstreicht. Eine Königskette, die ein Jahr lang im Besitz des Schützen bleibt und stetig um ein Glied erweitert wird, ist ebenfalls ein Ehrensymbol für den amtierenden König oder die Königin.
Ein geselliges Fest
Das Schützenfest wird oft mit einem Rummelplatz oder einem Bierzelt assoziiert, doch tatsächlich folgt es einem festen Ablauf und dient hauptsächlich dem geselligen Austausch. Viele der Veranstaltungen, die innerhalb des Schützenwesens organisiert werden, wie das Bundeskönigschießen oder der Deutsche Schützentag, werden vom Deutschen Schützenbund koordiniert. Funktionierende Hände und kreative Köpfe packen mit an, wenn es darum geht, die Schützenkette oder die kunsthistorisch wertvollen Pokale zu gestalten, die oft in Banktresoren oder kommunalen Museen aufbewahrt werden.
Die Sürenheider Schützenbruderschaft St. Georg Dreiländereck bringt das Brauchtum mit frischem Wind durch die neue Regierungszeit von Michael Edenfeld – ein beispielhaftes Ereignis nicht nur für die Bruderschaft, sondern für alle, die den Schützengeist hochhalten.
Für weitere Informationen zur Geschichte der Sürenheider Schützenbruderschaft besuchen Sie bitte die Website von St. Georg Schützen. Mehr über die Tradition des Schützenwesens können Sie auf der Seite des Deutschen Schützenbundes erfahren.