Hitzealarm: Der Wettlauf gegen die Zeit für unsere älteren Mitbürger
Die Sommerhitze ist zurück und mit ihr ein Thema, das uns alle betrifft – besonders aber die älteren Mitbürger. Allein im Jahr 2025 erwartet Deutschland rund 2.500 Hitzetote, mehr als die Hälfte davon über 85 Jahre alt. Das ist alarmierend, wenn man bedenkt, dass die Hitze nicht nur die Gesunden, sondern auch diejenigen, die ohnehin schon mit Krankheiten kämpfen, erheblich trifft. Herz-Kreislauf-Probleme, Atemwegserkrankungen und vieles mehr, alles kann durch die extreme Hitze verschärft werden. Wir könnten meinen, es ist ein Spiel mit dem Feuer, aber die Realität sieht ganz anders aus.
In den Sana-Kliniken im Raum Leipzig sind die Zahlen der Patienten sprunghaft gestiegen – um 25 bis 30 Prozent! Die Ärzte dort stehen vor einer gewaltigen Herausforderung, denn die Hitze bringt nicht nur Dehydrierungsfälle mit sich, sondern auch Freizeitunfälle. Das Klinikum St. Georg in Leipzig berichtet von fünf Dehydrierungsfällen in nur einer Nacht! Und in Göttingen? Da werden täglich drei bis fünf Patienten behandelt, die unter Symptomen wie Schwindel und Bewusstseinsverlust leiden. Die medizinische Hochschule Hannover hat ebenfalls einen Anstieg an Rettungseinsätzen registriert. Man fragt sich, wo das alles hinführen soll.
Hitzeschutz – Ein Muss für unsere Gesellschaft
Die Situation ist ernst. Fachleute warnen vor einer Altersdiskriminierung in der Notfallmedizin. Geriaterin Katrin Singler kritisiert, dass in Notaufnahmen oft die geriatrische Expertise fehlt. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine 98-jährige Patientin, bei der ein Schlaganfall aufgrund ihres Alters nicht erkannt wurde. Das darf einfach nicht sein! Und während ein Drittel der deutschen Kliniken auf Klimaanlagen verzichtet, wurden in der Uni-Klinik Düsseldorf auf einer nicht klimatisierten Herzstation Temperaturen über 38 Grad Celsius gemessen. Das ist nicht nur unangenehm, das ist gefährlich!
Die hitzebedingten Gesundheitsrisiken sind nicht zu unterschätzen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bereits festgestellt, dass Hitze ernsthafte Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat. Und nicht nur das – auch die gesundheitlichen Herausforderungen nehmen zu. Ein effektiver Hitzeschutz ist daher unumgänglich. Hitzeaktionspläne (HAPs) sind international als geeignetes Instrument empfohlen. Diese sollten zentral koordiniert und intersektoral umgesetzt werden. In Deutschland liegt das Augenmerk darauf, bevorstehende Hitzeperioden frühzeitig zu erkennen und gesundheitsbezogene Kommunikationsressourcen bereitzustellen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Klimakrise hat auch ihre Schattenseiten. Ein weiterer Anstieg extremer Hitze ist zu erwarten. Und während die Patientenschützer nach verbindlichen Vorgaben und mehr Investitionen rufen, bleibt die Frage, ob die Bundesregierung die notwendigen Schritte unternimmt. Die Hausärzte kritisieren, dass die geplanten Maßnahmen zur Hitzeschutzberatung nicht umgesetzt wurden. Während stationäre Pflegeheime zunehmend Hitzeschutzkonzepte in ihr Risikomanagement integrieren, erkennt die ambulante Pflege hitzebedingte Krisen oft viel zu spät.
Die Herausforderungen sind vielfältig und die Investitionskosten für bauliche Kühlmaßnahmen bremsen viele Einrichtungen aus. Es ist ein großes Puzzle – ein Teil fehlt immer. Und während wir hier in St. Georg sitzen und die Hitze spüren, bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen endlich handeln und ein effektives Hitzeschutzkonzept auf die Beine stellen. Denn eines ist sicher: Die Hitze wird nicht einfach verschwinden. Sie wird bleiben – und wir müssen bereit sein.
