In der charmanten Stadt Rheinbach, wo Geschichte und Gegenwart auf wunderbare Weise verschmelzen, findet am Samstag, den 30. Mai 2026, um 13:30 Uhr die faszinierende Drei-Türme-Tour statt. Organisiert von Eifel- und Heimatverein in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv, ist diese Führung ein echtes Highlight für alle Geschichtsinteressierten und Neugierigen. Treffpunkt ist der Himmeroder Hof am Himmeroder Wall, wo sich die Teilnehmer zu einer dreistündigen Reise durch die Vergangenheit versammeln.
Die Führung wird sich um drei beeindruckende Türme drehen: den Wasemer Turm, den Kallenturm und den Hexenturm, auch bekannt als Bergfried der Rheinbacher Burg. Diese mittelalterlichen Bauwerke erzählen Geschichten, die bis in die Anfänge der Stadtbefestigung zurückreichen.
Die Türme und ihre Geschichten
Beginnen wir mit dem Wasemer Turm, der direkt im Stadtzentrum an der Martinstraße und dem Prümer Wall steht. Ursprünglich war er Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung und beeindruckt mit seiner massiven Bauweise aus Bruchsteinen und römischem Gussmauerwerk. Über die Wehrgänge der Stadtmauer gelangt man zu diesem eindrucksvollen dreigeschossigen Turm, der in der Vergangenheit sogar als Gefängnis diente. Wusstet ihr, dass er früher auch „Gaseler“ oder „Baseller Turm“ genannt wurde? Ein echtes Stück Geschichte!
Der Kallenturm, ein weiterer Stopp auf der Tour, hat seine eigene interessante Geschichte, die mit der Standortwahl und der Nutzung als Wachturm eng verknüpft ist. Und dann gibt es da noch den Hexenturm – der zweitgrößte Wehrturm der Stadt. Hier wird es besonders spannend, wenn die Verbindung zwischen einem Toilettensitz und dem Errichtungsdatum des Turms thematisiert wird. Was für eine kuriose Verbindung!
Besonderheiten und Erhaltungsmaßnahmen
Die Führung wird nicht nur durch die Geschichte der Türme führen, sondern auch auf die Besonderheiten mittelalterlicher Türme eingehen. Es wird erläutert, welche Erhaltungsmaßnahmen und Modernisierungen in den letzten Jahrzehnten durchgeführt wurden. Ein Beispiel ist das Neutor, das in den 1980er Jahren archäologisch nachgewiesen und schließlich 1983 wieder aufgebaut wurde. Heute ist der Wasemer Turm an das Stadtsoldatencorps 1905 Rheinbach e.V. verpachtet, was zeigt, wie lebendig diese historischen Stätten auch heute noch sind.
Doch die Drei-Türme-Tour ist nicht nur ein Spaziergang durch die Geschichte; sie wird auch von den Rheinbacher Stadtsoldaten, der Pfadfinderschaft St. Georg und der Stadt Rheinbach unterstützt. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings ist die Teilnehmerzahl begrenzt, und eine namentliche Anmeldung ist erforderlich. Wer also Interesse hat, sollte sich schnell per E-Mail unter archiv@stadt-rheinbach.de oder telefonisch unter 02226/917-551 anmelden – Gruppenanmeldungen sind nicht möglich.
Ein Blick auf die Stadtbefestigungen
Für die, die sich tiefer mit dem Thema Stadtbefestigungen auseinandersetzen möchten, sei das Buch von Thomas Biller empfohlen: „Die mittelalterlichen Stadtbefestigungen im deutschsprachigen Raum“. Es bietet eine umfassende Darstellung der Stadtbefestigungen und deren Entwicklung – von den frühen Formen bis hin zu den letzten Mauern im Artilleriezeitalter. Ein echtes Nachschlagewerk für alle, die sich für die Architekturgeschichte interessieren.
Wer also am 30. Mai Zeit hat, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die Drei-Türme-Tour ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch eine Einladung, die Geschichten und Geheimnisse dieser beeindruckenden Bauwerke zu entdecken. Es wird spannend, lehrreich und garantiert ein unvergessliches Erlebnis!