Am 1. Mai 2026 fand in Hamburg-St. Pauli der Spatenstich für das Bauprojekt „Kiezkante“ statt, das auf dem ehemaligen Esso-Häuser-Areal realisiert wird. Über 12 Jahre nach dem Abriss der umstrittenen Esso-Häuser wird das rund 6.100 Quadratmeter große Gelände nun neu belebt. Hier soll ein lebendiges Quartier mit Wohnungen, Gewerbe und kreativen Räumen entstehen. Laut Tageblatt wird das Projekt bis 2029 fertiggestellt.
Der Spatenstich wurde von mehreren prominenten Gästen begleitet, darunter Thomas Krebs von der Saga Unternehmensgruppe, Frank Gerhard Schmidt von Quantum Immobilien, sowie Vertreter der politischen Führung wie Ralf Neubauer, Karen Pein und Andreas Dressel. «Das Projekt bietet nicht nur Wohnraum, sondern auch Raum für Kultur und Innovation», erklärte Karen Pein, die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, während der Zeremonie.
Ein Mix aus Wohnen und Kreativität
Das Kiezkante-Projekt umfasst 169 öffentlich geförderte Wohnungen, eine Kindertagesstätte sowie Flächen für Gewerbe und die Kultur- und Kreativszene. Die Kaltmieten werden voraussichtlich zwischen 7,10 und 12,10 Euro pro Quadratmeter liegen, was im Vergleich zu den aktuellen Mietpreisen in St. Pauli, die für 2026 zwischen 15,45 und 28,24 Euro liegen, relativ attraktiv ist. T-Online berichtet, dass die Initiative „Esso-Häuser“ und die Linke-Fraktion in der Bürgerschaft Bedenken geäußert haben und kritisieren, dass die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Das Projekt wurde nach Jahren des Stillstands, verursacht durch wirtschaftliche Schwierigkeiten, neu aufgelegt. 2024 übernahmen die Saga und Quantum das Vorhaben, das zuvor als „Paloma-Viertel“ bekannt war. Diese Neubauten sind Teil einer größeren Initiative in Hamburg, um den steigenden Bedarf an Wohnraum zu decken.
Hamburgs Wohnungsbau im Aufwind
Hamburg hat 2024 einen signifikanten Anstieg im Wohnungsbau erlebt, mit über 8.300 neuen Wohnungen. Dies entspricht einem Anstieg von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch bleibt das strategische Ziel von jährlich 10.000 neuen Wohnungen eine Herausforderung. Besonders im Bereich des öffentlich geförderten Wohnraums zeigt sich ein deutlicher Bedarf, wie Entwicklungsstadt feststellt.
Die Kiezkante ist nur eines von vielen Bauprojekten, die derzeit in der Hansestadt realisiert werden. Diese Projekte zeigen, wie vielfältig die Entwicklungen sind, die Hamburg vorantreibt, um das Angebot an Wohnraum und modernen Lebensräumen zu verbessern.
Inmitten all der Veränderungen in St. Pauli bleibt die Frage, ob die neuen Entwicklungen den Bedürfnissen der Anwohner gerecht werden. Für viele steht fest: Eine gelungene Mischung aus Wohnraum, Kreativität und Begegnungsstätten könnte das Herzstück des neuen Kiezkante-Quartiers werden.