Das Rechenzentrum der Universität Hamburg sieht sich derzeit mit erheblichen baulichen Schäden konfrontiert. Diese Mängel wurden während laufender Untersuchungen festgestellt, die im Zuge der Bestandsaufnahme des älteren Gebäudes, das seit Mitte der 60er Jahre zwischen Rothenbaumchaussee und Schlüterstraße steht, durchgeführt wurden. Im Fokus steht nun eine umfassende Sanierung, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Einrichtung langfristig zu gewährleisten. Die Universität muss dabei nicht nur die Schäden am Gebäude selbst, sondern auch die Entdeckung von Schadstoffen im Innenraum angehen. NDR berichtet, dass die Universität nun gezielt nach Firmen sucht, die über das notwendige Know-how verfügen, um die statische Sicherheit des denkmalgeschützten Objekts wiederherzustellen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der tragenden Fassade des Rechenzentrums, deren Beton dringend erneuert werden muss, da die statische Tragfähigkeit zurzeit nicht gegeben ist. Um die strukturelle Integrität sicherzustellen, sollen stützende Stahlkonstruktionen installiert werden. Die genauen Auswirkungen der notwendigen Sanierungsarbeiten auf den Betrieb des Rechenzentrums sind momentan noch unklar. Die Universität sieht sich zudem finanziellen Herausforderungen gegenüber, weshalb die Abstimmung zur Finanzierung und Terminplanung mit den zuständigen Stellen im Gange ist.

Schadstoffe und frühere Untersuchungen

Bereits im Jahr 2017 wurden im Rahmen von Raumluftmessungen aufgrund starker Geruchsbelastung im Gebäude erhöhte Schadstoffkonzentrationen festgestellt. Besonders besorgniserregend war die Überschreitung der Grenzwerte für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), verursacht durch die in den Böden eingebrachten Gussasphaltschichten aus der Zeit, als das Gebäude noch als Pferdestall diente. Ab 2018 wurde daher die Nutzung der betroffenen Stockwerke dauerhaft untersagt, was die Universität zur Durchführung langfristiger Sanierungsmaßnahmen veranlasste. Nach erfolgreicher Schadstofffreimessung konnte das Projekt, das im November 2021 mit der SMV als Partner gestartet wurde, mit positivem Ergebnis abgeschlossen werden. SMV kündigte an, dass die Flächen zu einem späteren Zeitpunkt wieder in den Uni-Betrieb eingegliedert werden sollen.

Zukunftsorientierte Planung

In Anbetracht der anhaltenden Digitalisierung in Forschung und Lehre steigt der Bedarf an leistungsfähigen Rechenzentren kontinuierlich. Das HIS-Institut hat in einem neuen Leitfaden, veröffentlicht im Juli 2023, Empfehlungen zur Planung, zum Bau und Betrieb von nachhaltigen und energieeffizienten Rechenzentren für Hochschulen erarbeitet. Ziel dieser Initiative ist es, Unterstützung für Hochschulen bei ihren Bedarfsanmeldungen sowie Planungsaufträgen zu bieten. Der Leitfaden widmet sich nicht nur der Energieeffizienz, sondern auch der Einbindung externer Fachkompetenz zur Beratung. HIS-HE hebt hervor, wie wichtig es ist, die Abläufe von der Planung über die Bauausführung bis hin zur Inbetriebnahme effizient zu gestalten und dabei eventuelle Kostenfallen zu vermeiden.

Zusammengefasst ist die Sanierung des Rechenzentrums an der Universität Hamburg nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung für die Zukunftsfähigkeit der Hochschule im digitalen Zeitalter. Rund 100 Unterstützer haben in einer Vollversammlung gefordert, dass mehr Finanzmittel vom Senat bereitgestellt werden, um diese wichtigen Maßnahmen zu realisieren, die nicht nur der Uni, sondern der gesamten Forschungsgemeinschaft zugutekommen werden.

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