Abriss des Leder-Schüler-Hauses: Neuer Hotelkomplex für Hammerbrook!
In Hamburg zieht ein Wechsel an: Das legendäre Leder-Schüler-Haus in Hammerbrook, ein beeindruckendes Zeugnis der Architektur von Fritz Höger aus dem Jahr 1928, steht vor dem endgültigen Ende. Aufgrund schwerwiegender Schäden – verrottete Holzpfähle und verrostete Stahlteile – hat ein Gutachten ergeben, dass das Gebäude nicht mehr zu retten ist. Eine Abbruchgenehmigung ist erteilt, und die Reiß & Co. Gruppe sowie die PEG Hamburg haben bereits Pläne für einen modernen Hotelkomplex geschmiedet.
Das zehnstöckige Hochhaus wurde einst als Sensation im überfüllten Arbeiterviertel gefeiert und war bis in die 1980er Jahre die Heimat der Firma Leder Schüler. Die markante dunkel Klinkerfassung mit ihren grünen Sprossenfenstern stand bis jetzt unter Denkmalschutz und überlebte sogar den Zweiten Weltkrieg unbeschadet. Das Erdgeschoss beherbergte in den 90er-Jahren beliebte Locations wie das „Zillo“ und später „Tonwerk“, während das Untergeschoss mit dem Nachtclub „Front“ zum beliebten Treffpunkt der House-Szene und der LGBTQ+-Gemeinschaft wurde.
Neubaupläne und Community-Fokus
Die Pläne der Reiß-Gruppe sind ambitioniert: Geplant ist ein bis zu elfstöckiger Hotelkomplex mit etwa 430 Zimmern, inklusiver gastronomischer Angebote und einer Rooftop-Bar, die einen atemberaubenden Blick über Hamburg bieten wird. Ergänzend dazu soll ein bis zu achtstöckiges Bürogebäude mit ca. 9.000 Quadratmetern Mietfläche entstehen, das Platz für Gemeinschaftsflächen und eine „Community Stage“ bietet. Diese Bühne soll Raum für Vorträge und Veranstaltungen schaffen, wodurch ein neuer Treffpunkt für die Hamburger Bevölkerung entsteht.
Die Abbrucharbeiten für das alte Gebäude sollen bereits im ersten Quartal 2026 starten, die Fertigstellung der neuen Einrichtungen ist für 2030 vorgesehen. Um den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, wird der Bau unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien durchgeführt. Damit wird ein weiterer Schritt in eine grüne Zukunft für Hamburg gegangen, während zugleich das historische Erbe der Stadt im Gedächtnis bleibt.
Denkmalpflege und Architektur
Das Leder-Schüler-Haus war nicht nur architektonisch ein Highlight, sondern spiegelt auch die städtische Entwicklung Hamburgs wider. Die stilistischen Anleihen an die ersten Wolkenkratzer in Chicago und die Einflüsse der Amsterdamer Schule sind in der Struktur deutlich erkennbar. Das Gebäude fiel stets ins Auge, insbesondere durch seine kleinteilige Gestaltung und die Staffelgeschosse. Auch in der Denkmalpflege wird das Haus als bedeutend gewertet, wie die Dokumentation von Hamburg.de zeigt.
Obwohl die Entscheidung zum Abriss unumgänglich scheint, bleibt es spannend, wie der neue Hotelkomplex das Stadtbild prägen wird und ob er vielleicht den gleichen legendären Stellenwert in den Herzen der Hamburger gewinnen kann, wie es das alte Kontorhaus getan hat.
