Hamburg steht vor einer wichtigen Entscheidung: Am 31. Mai 2024 können über 1,3 Millionen Hamburgerinnen und Hamburger über die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 abstimmen. Das Abendblatt berichtet, dass die Bürgerschaft einstimmig ein Bürgerschaftsreferendum beschlossen hat und die Abstimmungsbenachrichtigungen bereits ab diesem Mittwoch zugestellt werden. Damit wird der Weg geebnet, um die Hamburger für diese bedeutende Entscheidung zu mobilisieren.
Stimmberechtigt sind alle Personen ab 16 Jahren, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und seit mindestens drei Monaten in Hamburg wohnen. Ein spannender Tag steht bevor, denn die Abstimmungsbriefe müssen bis spätestens 31. Mai um 18 Uhr bei der Bezirksabstimmungsleitung eingereicht werden. Die erfolgreiche Durchführung des Referendums hängt von der Mehrheit der abgegebenen Stimmen ab: Es müssen mehr „Ja“- als „Nein“- Stimmen gezählt werden, und mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten müssen an der Abstimmung teilnehmen. NDR informiert über die konkreten Modalitäten und die Notwendigkeit von mindestens 262.609 „Ja“-Stimmen für einen positiven Entscheid.
Das Referendum und seine Rahmenbedingungen
Ein Wahlzettel wird den Stimmberechtigten den Satz präsentieren: „Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewirbt.“ Die Abstimmung erfolgt wie gewohnt per Ja oder Nein. Das Hamburg Abendblatt hat zudem angekündigt, dass für die Abstimmung 178 Abstimmungsstellen von 8 bis 18 Uhr geöffnet sind, und dass die Stimmenauszählung am Abend des 31. Mai live übertragen wird.
Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von 7,14 Millionen Euro für die Durchführung des Referendums, was durch die geballte politische Unterstützung und die mobilisierenden Kundgebungen von Befürwortern, wie der Initiative „OlympJA Hamburg“, unterstrichen wird. Diese laden am 24. April zu einer Veranstaltung ein, um für die Olympiade zu werben. Demgegenüber stehen die Initiativen NOlympia und BUND, die zur Ablehnung der Spiele aufrufen und vor ökologischen Risiken warnen. Bei all diesen Diskussionen ist klar: Da liegt was an!
Der Wettbewerb um die Spiele und die Herausforderungen für Hamburg
Die Situation ist besonders spannend, da Hamburg nicht alleine im Rennen um die Spiele ist. Der Deutsche Olympische Sportbund hat neben Hamburg auch Bewerbungen aus Berlin, München und der Region Rhein-Ruhr ins Visier genommen. Deutschlandfunk hebt hervor, dass die letzte Bewerbung für Olympische Spiele aus Deutschland im Jahr 1972 in München stattfand und damit die Vorfreude und der Druck auf die Stadt Hamburg wächst.
Besonders hervorzuheben ist, dass Hamburg in seiner Bewerbung mit Themen wie kurzen Wegen und Nachhaltigkeit punktet. Ein neues Stadion für den HSV könnte als Leichtathletik-Stadion verwendet werden, während das Olympische Dorf in Altona später als „Science City“ und Wohnraum dienen soll. Die finanzielle Kalkulation sieht 4,8 Milliarden Euro für die Organisation sowie 1,3 Milliarden Euro für Investitionen vor, während mit Einnahmen von etwa 4,9 Milliarden Euro rechnen kann. Dennoch gibt es Vorbehalte in der Bevölkerung, gerade hinsichtlich der hohen Kosten und möglichen sozialen Verdrängungen, was die Diskussion intensiviert.
Am 26. September 2023 wird darüber entschieden, welche der vier Städte Deutschlands bei der internationalen Bewerbung nominiert wird. Erfahren wir bald, ob Hamburg das Renommee zurückgewinnen kann, das bei den letzten Bewerbungen nicht erreicht wurde? Klar ist: Die kommenden Wochen werden entscheidend für die olympische Zukunft Hamburgs sein!