In der HafenCity, wo die Zukunft der Mobilität auf den Schienen beginnt, fand am 20. April die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts FPOplus (Fahrplanoptimierung „plus“) statt. Mit einem interaktiven „Hamburg Living Lab“ in der Gleishalle Oberhafen wurde die Vision eines stressfreieren Reisens für Bahnfahrer präsentiert. Die HafenCity Universität Hamburg, die federführend in diesem Projekt war, hat sich zum Ziel gesetzt, das Bahnfahren durch intelligente digitale Technologien zu revolutionieren. Der Fokus liegt auf der Verbesserung des Nutzererlebnisses an Bahnhöfen und der Optimierung der Fahrgastströme.

Das Projekt, das unter anderem auch von der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und der Deutschen Bahn AG unterstützt wurde, reagiert auf die steigenden Fahrgastzahlen, die durch die Einführung des 9-Euro- und 49-Euro-Tickets in Deutschland entstanden sind. Diese neuen Tickets haben die Bahnhöfe und Züge überlastet und zu unangenehmen Reiseerfahrungen geführt. Um dem entgegenzuwirken, wurden moderne Prognosemodelle entwickelt, die reale Bahnhofsprozesse mit digitalen Simulationen verbinden. So soll die Auslastung von Nah- und Regionalverkehr verbessert und Überfüllungen vermieden werden.

Technologische Lösungen für ein besseres Reiseerlebnis

Ein entscheidendes Element der FPOplus-Initiative ist die Kombination von Sensorik, 5G-Technologie und digitalen Zwillingen. Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Projektleiter, betont, dass diese Technologien die Informationsbasis für die Steuerung von Fahrgastströmen erheblich verbessern. Durch die Erfassung von Menschenmengen und die Entwicklung eines Systems zur aktiven Navigation in Bahnhöfen können Überfüllungen reduziert und die Orientierung für Reisende verbessert werden – besonders wichtig für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Ein weiterer innovativer Ansatz ist die Einführung von Ampelsystemen und Navigations-Apps, die Reisende in Echtzeit über die beste Route informieren. Diese Maßnahmen sollen nicht nur das Gedränge verringern, sondern auch die allgemeine Effizienz und Pünktlichkeit im Bahnverkehr steigern. Staatssekretär Thomas Jarzombek, der die Abschlussveranstaltung besuchte, hob die Bedeutung solcher digitalen Mobilitätsprojekte hervor und unterstrich deren Potenzial für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs.

Ein Blick in die digitale Zukunft des Bahnverkehrs

Das Projekt FPOplus ist nicht nur ein Schritt in Richtung besserer Bahnerfahrungen, sondern auch ein Modell für zukünftige Anwendungen im Bahnverkehr und an anderen stark frequentierten Orten wie Flughäfen oder Messen. Die Erkenntnisse aus diesem Testfeld könnten dazu beitragen, die Kapazitätsplanung im Bahnverkehr grundlegend zu verbessern und die Bedürfnisse der Fahrgäste noch gezielter zu berücksichtigen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In einer zunehmend digitalisierten Zukunft, wie sie auch im Capacity & Traffic Management System (CTMS) der Digitalen Schiene Deutschland angestrebt wird, sollen relevante Informationen nahezu in Echtzeit verfügbar sein. Ob es um die Planung zusätzlicher Züge bei hohen Besucherzahlen oder um die Überwachung der Instandhaltung von Fahrzeugen geht – das Ziel bleibt gleich: eine optimale Nutzung der Netzkapazitäten, die sowohl den Verkehrsbetrieben als auch den Fahrgästen zugutekommt.

Das Forschungsprojekt FPOplus, gefördert durch die Förderlinie ImmoNT des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, beweist eindrucksvoll, wie durch technologische Innovationen und interdisziplinäre Zusammenarbeit die Mobilität der Zukunft gestaltet werden kann. Es bleibt spannend zu beobachten, wie diese Ansätze in den kommenden Jahren in der Praxis umgesetzt werden.