Nachhaltiges Wohnen: „Belle Harbour“ setzt auf Gemeinschaft und Recycling
In der Hamburger HafenCity entsteht mit dem Wohnprojekt „Belle Harbour“ ein Musterbeispiel für nachhaltiges Bauen. Das Berliner Architekturbüro Winking Froh Architekten hat ein Wohnkonzept entwickelt, das nicht nur modernen Wohnbedarf erfüllt, sondern auch auf Gemeinschaft und Umweltschutz setzt. Dieser Wohnturm umfasst insgesamt 17 individuell gestaltete Wohnungen, attraktive Gemeinschaftsflächen und eine einladende Dachterrasse, ein wahrer Ort der Begegnung für die Bewohner. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Schaffung eines gemeinschaftlichen Wohnraums, der sowohl Familien als auch sehbehinderten Menschen einen bequemen Lebensraum bietet.
Die Fassade des Gebäudes besticht durch ihre klare Gliederung und vertikale Einschnitte für Balkone, während die markante Dachkrone mit ihren Gemeinschaftsbereichen und dem Dachgarten einen gewaltigen Blickfang darstellt. Ein innovativer Aspekt dieses Projekts ist die Wiederverwendung von Aluminiumprofilen, die ursprünglich für eine temporäre Kunstinstallation des Hamburger Architektursommers 2023 gedacht waren. Hierbei handelte es sich um rund 500 Profile, die sorgfältig nach der Installation sortenrein zurückgebaut, eingelagert und neu beschichtet wurden, um sie in die Fensterrahmenproduktion zu integrieren. Die Geerds Metallbau GmbH hat dabei maßgeblich mitgewirkt, und die Qualitätsprüfung bestätigt die uneingeschränkte Verwendbarkeit dieser Materialien, was für das Projekt von großer Bedeutung ist.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein zentraler Punkt des Projekts ist die Orientierung an den Vorgaben des Umweltzeichens der HafenCity Hamburg. Dr. Stephanie Gamm, die Projektleiterin, hebt hervor, dass bei der Lebenszyklusbetrachtung der Materialien Recyclingfähigkeit und Umweltwirkungen der Materialien von entscheidender Bedeutung sind. Das verwendete Aluminiumfenster- und Türsystem stammt von der Schüco International KG und ist Cradle-to-Cradle-Silber-zertifiziert. Dieses System ermöglicht eine Wiederverwertung von bis zu 98 % des Aluminiums, was nicht nur die Umwelt schont, sondern auch die Lebensdauer der Baustoffe verlängert.
Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft, das auch in anderen Bauprojekten zunehmend an Gewicht gewinnt, zeigt, dass Gebäude nicht nur als Endprodukt angesehen werden sollten, sondern als Ressourcenlager für zukünftige Generationen. Ein zirkuläres Baukonzept fördert die Verwendung schadstofffreier und langlebiger Materialien, die sich leicht wiederverwenden, reparieren oder sogar biologisch abbauen lassen. Dies ist nicht nur eine Notwendigkeit angesichts des hohen Abfallaufkommens im Bausektor, sondern auch eine Chance, dem linearen Wirtschaftsmodell der „Wegwerfwirtschaft“ entgegenzuwirken. Mit einer soliden Planung und der richtigen Materialwahl können hochwertige, zukunftsfähige Wohnräume entstehen, die der Umwelt zugutekommen.
So trägt das Projekt „Belle Harbour“ nicht nur zur weiteren Entwicklung der HafenCity bei, sondern setzt auch Maßstäbe für nachhaltiges Bauen in Hamburg und darüber hinaus. Durch innovative Konzepte und den Einsatz von Kreislaufwirtschaft wird hier ein Lebensraum geschaffen, der nicht nur ökologisch ist, sondern auch soziale Werte fördert.
| Objekt | Belle Harbour |
| Standort | HafenCity Hamburg |
| Bauherr | Belle Harbour GbR |
| Architekturbüro | Winking Froh Architekten |
| Verarbeiter | Geerds Metallbau GmbH |
Für alle, die sich für die Entwicklung der HafenCity und den Fortschritt im Bereich nachhaltiges Bauen interessieren, ist „Belle Harbour“ ein Projekt, das man im Auge behalten sollte. Weitere Informationen über umweltfreundliche Baupraktiken finden Sie auf Baulinks sowie nachhaltige Bauansätze auf Gebäudeforum.
