In Hamburg sorgt der dänische Architekt Bjarke Ingels mit seinem Entwurf für eine neue Oper für Aufsehen. Diese soll am Baakenhöft, einem begehrten Standort in der HafenCity, entstehen und wie eingefrorene Schallwellen wirken. Zusammengestellt aus konzentrischen Ringen, die sich nach oben vergrößern, soll das Gebäude nicht nur als Kulturtempel, sondern auch als Teil einer lebendigen Umgebung fungieren, die mit Terrassen und Gärten zum Verweilen einlädt. Laut ndr.de wird die Oper eine Gesamtfläche von 45.000 Quadratmetern haben und der Innenraum wird durch sanft geschwungene Balkone aus horizontal geschichtetem Holz geprägt sein.
Ingels, der Gründer der Bjarke Ingels Group (BIG), hat sich in der internationalen Architekturszene einen Namen gemacht. Bekannt ist seine Entwurfsvielfalt: Die Bandbreite reicht von einer Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen mit einer Skipiste auf dem Dach bis hin zu visionären Projekten in Bhutan und Vorschlägen für Mondbauprojekte in Zusammenarbeit mit der NASA. Der Entwurf der neuen Hamburger Oper hat Ingels im November den Sieg eines Wettbewerbs eingebracht, der in den nächsten zwei Jahren konkretisiert werden soll, wie hamburg.de berichtet.
Ein einladendes Gebäude für alle
Das Konzept der Stadt Hamburg und der Kühne-Stiftung, die sich mit 147,5 Millionen Euro an den Baukosten beteiligt, sieht vor, dass die Oper weit über die Grenzen eines klassischen Opernhauses hinausgeht. Kultursenator Carsten Brosda hebt hervor, dass das Gebäude als Park und Kulturzentrum gleichzeitig gedacht ist. Besonders betont wurde dies während einer Pressekonferenz, an der Vertreter der Stadt und der Stiftung teilnahmen, darunter Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Dr. Jörg Dräger von der Kühne-Stiftung.
Die Jury, die den Entwurf von BIG auswählte, lobte das durchdachte Konzept und die städtebaulichen Ansätze. Sie schätzte insbesondere die großzügigen Dachauskragungen sowie die Kaskade von Balkonen, die der Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. Zudem wird die illuminierte Oper bei Nacht zu einer neuen Ikone im Hamburger Hafen werden.
Ein Projekt mit Herausforderungen
Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt durch Klaus-Michael Kühne, dessen investitive Zusagen jedoch nicht von allen Seiten enthusiastisch aufgenommen werden. Während einige die Zusammenarbeit als Chance für die kulturelle Landschaft Hamburgs betrachten, gibt es auch kritische Stimmen, die die Abhängigkeit von privaten Geldern hinterfragen. Dr. Andreas Kleinau von der HafenCity Hamburg GmbH wünscht sich eine Integration der öffentlichen Räume in die Umgebung.
Die Stadt hat bereits einen Rahmenvertrag für den Neubau unterzeichnet, und die Kühne-Stiftung wird nach Abschluss der Bauarbeiten das Gebäude der Stadt als Schenkung übergeben. Die bevorstehenden Schritte im Prozess der Realisierung umfassen die Genehmigungen durch die Hamburgische Bürgerschaft, die derzeit beraten. Das gesamte architektonische Qualifizierungsverfahren, in dem auch renommierte Architekturbüros wie gmp und Snøhetta teilnahmen, zeigt, dass das Design der neuen Staatsoper in Hamburg auf breiter Zustimmung und visionärem Denken fußt. Wie ndr.de feststellt, ist der Entwurf mehr als ein neues Gebäude – er ist ein Versprechen für Zukunft, Kultur und Gemeinschaft.