In Hamburg tut sich was im Hinblick auf Stadtnatur und die Rückkehr eines heimischen Tieres: dem Biber. Die Loki-Schmidt-Stiftung hat am Versmannkai im Quartier Baakenhafen einen neuen Naturraum eröffnet, der unter dem Titel „Naturraum Hafencity – Zwischen Elbe und Asphalt“ steht. Dort wurde sogar eine hölzerne Biberburg nachgebaut, die mit verschiedenen Werkzeugen und Schrauben gestaltet wurde, um den Besuchern einen Einblick in das Leben dieser faszinierenden Tiere zu gewähren. Die Begehbare Biberburg vermittelt, dass Biber, die lange Zeit in Hamburg für ausgestorben gehalten wurden, in den letzten Jahrzehnten zurückgekehrt sind. Aktuell können rund 60 dieser Tiere in der Region beobachtet werden, deren Reviere auf einer Karte verzeichnet sind. Welt berichtet, dass dieses Infozentrum das dritte seiner Art ist, neben dem Boberger Dünenhaus und dem Fischbeker Heidehaus.

Wie eng die Themen Natur und Stadt hier zusammenhängen, wird im Naturraum deutlich. Hier wird die Lebensader Elbe in den Mittelpunkt gerückt – ein gewichtiges Thema für ganz Hamburg. Die Ausstellung wird von der Comicfigur der Botanikerin Loki Schmidt begleitet, die die Besucher durch verschiedene Stationen führt. Diese behandeln nicht nur die Rückkehr der Biber, sondern auch die Gefahren für Lebensräume wie Auenwälder, in denen das Zählbar außergewöhnliche Pflanzen wie den Schierlings-Wasserfenchel prägt. Ebenso wird auf die Problematik von eingewanderten Arten eingegangen, insbesondere auf den stagnierenden Bestand des Stints und den Anstieg der giftigen Schmalblättrigen Greiskraut aus Südafrika.

Biber in Hamburg: Ein Zeichen der Rückkehr

Eines der Projekte, das den Bibern in Hamburg gewidmet ist, nennt sich „Moin Biber“. Es fördert nicht nur ihren Schutz, sondern setzt auch auf die Akzeptanz dieser Tiere bei den Bürgern. Hierbei wird auf ehrenamtliche Biberrevierbetreuer gesetzt, die die Bestände dokumentieren und in Konfliktfällen beraten. Informationen über die Biber finden Interessierte auf dem Biber-Blog, wo auch individuelle Veranstaltungen wie Kanutouren durch Biberrevier angeboten werden.

Die Loki-Schmidt-Stiftung bietet zudem die Möglichkeit, die „Biber-Wanderausstellung“ und den „Biberkoffer“ kostenfrei auszuleihen. Letzterer enthält pädagogisches Material, das besonders für Grundschulen und Kitas geeignet ist und das Wissen über diese Tierart spielerisch vermittelt. Ein Podcast mit dem Titel „Moin Biber“ informiert die Zuhörer über das faszinierende Leben der Biber in Hamburg und beleuchtet aktuelle Entwicklungen.Moin Biber steht in Kooperation mit der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, und wird gefördert von der Stiftung Lebensraum Elbe.

Ein reichhaltiges Programm für Naturbegeisterte

Die lokalfokussierte Initiative „Langer Tag der Stadtnatur“ schließlich lädt die Hamburger am 13. und 14. Juni 2023 zu über 250 Veranstaltungen ein. Unter dem Motto „Alles fließt“ liegt der Fokus auf Leben am und im Wasser, dabei gibt es spannende Touren und Führungen entlang von Alster und Elbe. Teilnehmer können sich auf Erlebnisse in der Metropolregion freuen, dazu zählen die Vogelschutzinsel Scharhörn sowie interessante Workshops, wie der Algenworkshop im Universitätsmuseum oder der Klimastreifzug im Inselpark Wilhelmsburg.

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Die Kombination aus Information, Naturerlebnis und aktiver Auseinandersetzung mit dem Lebensraum bietet den Hamburgerinnen und Hamburg ein vielschichtiges Angebot, das nicht nur das Bewusstsein für die Natur, sondern auch den Zugang zu einem zurückkehrenden Bewohner unserer Gewässer fördert.