Die St. Johanniskirche in Hitzacker, ein historisches Bauwerk mit Wurzeln im 12. Jahrhundert, ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein bedeutendes kulturelles Erbe der Region. Vor zwei Jahren stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 90.000 Euro für Tischler- und Restaurierungsarbeiten an dieser Kirche zur Verfügung. Diese Mittel stammen aus Spenden und den Erträgen der GlücksSpirale. Der Förderverein St. Johannis Hitzacker e.V. wird am 10. März 2026, um 14.00 Uhr, eine Bronzetafel entgegennehmen, die die Worte „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ trägt. Diese Tafel soll das Engagement der privaten Förderer würdigen und ist ein sichtbares Zeichen der Unterstützung für eines von über 580 Denkmalen in Niedersachsen, die von der DSD gefördert werden. (Quelle)
Hitzacker, gegründet im Jahr 1258, liegt malerisch an der Elbe im Wendland, nicht weit von Hamburg. Die Altstadt der Stadt erstreckt sich über eine kleine Insel im Elbezufluss Jeetzel. Die Kirche selbst hat einen schlichten, verputzten Saalbau mit einem massiven Dachreiter über der Westwand und einen schiefergedeckten Turm. Im Inneren beeindrucken die umlaufende Empore und bemerkenswerte Prinzipalstücke, wie der Kanzelaltar mit vier freistehenden Säulen und der hölzerne Taufständer in Kelchform. Die Glasmalereien, die zwischen 1917 und 1920 entstanden, sind Meisterwerke der Werkstatt Ferdinand Müller und zeigen testamentarische Szenen in Anlehnung an berühmte Künstler wie Raffael, Grünewald und Michelangelo.
Notwendige Sanierungsmaßnahmen
Doch trotz ihrer Schönheit steht die St. Johanniskirche vor einigen Herausforderungen. Die Elektroinstallation entspricht nicht mehr den aktuellen VDE-Vorschriften und ist nicht auf höhere Belastungen ausgelegt. Fehlende Elemente wie Fehlerstrom- und Brandschutzschalter müssen dringend nachgerüstet werden. Die Sanierung erfordert größere Teile der Leitungen und des Verteilerschranks, um die Kirche für zukünftige Veranstaltungen, wie Musikfestivals, optimal auszurüsten. Die Planung der Sanierung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Kirchenkreisamt Dannenberg sowie dem Amt für Bau und Kunstpflege Lüneburg und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. (Quelle)
Eine restauratorische Fassungsuntersuchung, die Ende 2019 durchgeführt wurde, führte zu einer Kostenschätzung im Juli 2020. Diese wurde 2022 aktualisiert und im Oktober 2023 auf etwa 855.000 Euro geschätzt. Die Gesamtkosten könnten sogar bis zu einer Million Euro betragen, sollten auch die Erneuerung der Heizungsanlage und eine automatische Lüftungsanlage in Betracht gezogen werden. Geplant ist zudem, den Kirchplatz zu einer Ruheoase mit Bänken, Tischen und einer E-Bike-Ladestation zu gestalten.
Bedeutung des Denkmalschutzes
Der Erhalt historischer Gebäude und Denkmäler ist von großer Bedeutung, nicht nur für die Bewahrung unserer kulturellen Werte, sondern auch zur Stärkung der regionalen Identität und des Tourismus. Förderprogramme wie die der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bieten wichtige finanzielle Unterstützung für Restaurierungen und Erhaltungsmaßnahmen. Diese Programme helfen, die Kosten für Instandhaltung und modernisierende Maßnahmen zu decken. Die St. Johanniskirche ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie durch gemeinschaftliches Engagement und staatliche Unterstützung kulturelles Erbe bewahrt werden kann. (Quelle)
In den nächsten Jahren wird sich also viel um die St. Johanniskirche drehen. Die geplanten Sanierungsmaßnahmen sind nicht nur notwendig, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, sondern auch, um dieses historische Gebäude für zukünftige Generationen zu bewahren. Es bleibt zu hoffen, dass die Gemeinde und die Förderer gemeinsam die notwendigen Mittel aufbringen können, um die Kirche in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.