In Hamburg machen sich Unternehmen zunehmend Gedanken über Krisenvorsorge. Laut der Mopo stehen Stromausfälle, Cyberangriffe und Kriege in Europa ganz oben auf der Liste möglicher Bedrohungen. Die Handelskammer Hamburg hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einen Krisenvorsorgeplan ins Leben gerufen, der gezielt auch für kleine und mittlere Betriebe gilt.

Bei diesem Plan handelt es sich um eine umfassende Checkliste für Geschäftsführungen. Sie dient der systematischen Bearbeitung von wachsenden Krisenrisiken. Ein zentrales Element ist die Bildung eines Krisenstabs, der handlungsfähig ist, wenn es brenzlig wird. Zudem empfiehlt der Plan bauliche Maßnahmen, um die Gebäude besser gegen äußere Einflüsse und Naturgefahren abzusichern.

Schutzmaßnahmen und Krisenszenarien

Besonders wichtig ist die Überprüfung von Außenwänden und Dächern, damit Eindringlinge keinen einfachen Zugang haben. Die kritische Infrastruktur in Betrieben muss ebenfalls gesichert werden, inklusive Notstromlösungen und der Schutz sensibler IT-Systeme. Auch mögliche Lieferkettenunterbrechungen fallen hierunter.

Unternehmen sind angehalten, Krisenszenarien durchzuspielen, wie etwa einen mehrtägigen Stromausfall verbunden mit einem Cyberangriff. Das BBK hebt hervor, dass Cyberangriffe eine alltägliche Gefahr darstellen, insbesondere für Unternehmen, Universitäten und Behörden. Die Methoden sind vielfältig: von Phishing über Ausnutzung von Sicherheitslücken bis hin zu Supply-Chain-Angriffen, wo weniger geschützte Unternehmen als Einfallstor genutzt werden.

Die Cyberbedrohungslage

Die Cybersicherheitsbehörde BSI hat in ihrem aktuellen Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland die Bedrohungslage als besorgniserregend eingestuft. Laut dem Bericht nutzen Cyberkriminelle immer professionellere Methoden und moderne Technologien. Die Angriffsfläche wird durch zunehmende Digitalisierung und eine steigende Anzahl von Sicherheitslücken immer größer.BSI dokumentiert zudem eine Zunahme hochvolumiger DDoS-Angriffe und warnt vor den Gefahren durch Ransomware, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen treffen.

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Ransomware-Angriffe haben in der Vergangenheit zu monatelangen Ausfallzeiten bei öffentlichen Institutionen geführt. Im Oktober 2023 wurden beispielsweise 72 kommunale Kunden durch einen Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister betroffen, was die Dringlichkeit von Krisenvorsorge und -management verdeutlicht.

Die Rolle der Hamburger Unternehmen

Die Hamburger Wirtschaft sieht sich nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern auch als Teil der zivilen Verteidigung. Die Unternehmen betonen ihre Schlüsselrolle bei der Krisenbewältigung in Deutschland. Es wird erwartet, dass militärische und geopolitische Krisen in die Risikoplanung einfließen, da Spannungs- oder Bündnisfälle nicht zuletzt auch direkte Auswirkungen auf Logistik und internationale Mitarbeiter haben können. Die Hamburger Firmen arbeiten daher proaktiv daran, sich für einen Ernstfall zu rüsten, und das nicht nur für sich selbst, sondern zum Wohle der gesamten Gesellschaft.