Am Samstag, dem 30. Mai 2026, ereignete sich am Stachus in München ein Vorfall, der die Gemüter erhitzte. Gegen 16:45 Uhr wurde ein 58-jähriger Mann dabei beobachtet, wie er Frauen heimlich unter den Rock fotografierte – eine Tat, die als Upskirting bekannt ist. Dieser respektlose Übergriff wurde von einem aufmerksamen Zeitungsverkäufer bemerkt, der sofort einen 55-jährigen Münchner informierte. Das schnell gehandelte Eingreifen führte dazu, dass der Verdächtige bis in die Schillerstraße verfolgt und von einer Polizeistreife schließlich vorläufig festgenommen wurde, wie tz.de berichtet.

Nach der Festnahme ordnete ein Richter eine Durchsuchung des Hotelzimmers des Mannes in München sowie seiner Wohnung in Hamburg an. Bei dieser Durchsuchung stellte die Polizei sein Handy sicher, auf dem eindeutige Fotos der betroffenen Frauen gefunden wurden. Die Ermittlungen laufen, und gegen den 58-Jährigen wird wegen Upskirting ermittelt. Er wurde jedoch nach Abschluss der Maßnahmen wieder entlassen.

Upskirting als Straftat

Die Praktik des Upskirting – das heimliche Fotografieren unter den Kleidungsstücken von Frauen – ist seit dem 1. Januar 2021 in Deutschland strafbar. Dies wurde mit der Verabschiedung eines neuen Gesetzes erreicht, das auch Downblousing, das Fotografieren des Ausschnitts, umfasst. Der Gesetzgeber reagierte auf die steigenden Berichte über solche Übergriffe, und der Gesetzesentwurf wurde maßgeblich durch eine Online-Petition angestoßen, die über 100.000 Unterschriften erhielt. Die Frauenrechtlerinnen Ida Marie Sassenberg und Hanna Seidel waren federführend in dieser Initiative, inspiriert von einer ähnlichen Petition der britischen Aktivistin Gina Martin, die in England und Wales bereits zur Strafbarkeit von Upskirting führte.

Das neue Gesetz sieht sowohl Geldstrafen als auch Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren vor und schützt die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Laut Global Voices können die betreffenden Aufnahmen zusätzlich großen Schaden anrichten, wenn sie in pornografischen Webinaren veröffentlicht werden. Dies macht deutlich, wie ernst das Problem ist und warum ein schnelles Handeln vonseiten der Gesetzgeber erforderlich war.

Einstellungen zur Gesetzgebung

Nach der Einführung des Gesetzes diskutierten viele Menschen in sozialen Medien darüber und nutzten den Hashtag #upskirting. Diese Diskussionen waren von gemischten Reaktionen geprägt. Während viele den Fortschritt begrüßten, gab es auch kritische Stimmen, die Bedenken über mögliche Einschränkungen ihrer eigenen Rechte äußerten. Dennoch war der überwiegende Teil der Meinungen positiv und betonte die Bedeutung der Einwilligung im Umgang mit Persönlichkeitsrechten.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Obwohl das Gesetz in Deutschland nun existiert, bleibt Upskirting in vielen anderen Ländern weltweit weiterhin unbestraft und ist ein ungelöstes Problem. Die Inkraftsetzung dieser Gesetze ist ein wichtiger Schritt, aber die öffentliche Aufklärung und das Bewusstsein für den Respekt vor der Privatsphäre der anderen bleiben essenziell. Die Münchner Kriminalpolizei führt die Ermittlungen im aktuellen Fall weiter und sucht nach dem Zeitungsverkäufer, der als wichtiger Zeuge auftritt. Es ist zu hoffen, dass solche Vorfälle in Zukunft seltener werden und Frauen sich in der Öffentlichkeit sicherer fühlen können.