Es war ein ganz normaler Mittwochmorgen in Harburg, als plötzlich alles anders wurde. Ein Wasserrohrbruch hat die Buxtehuder Straße (B73), eine der zentralen Verkehrsachsen in Hamburg, komplett lahmgelegt. Die Straße, die Harburg mit der B75 und der A7 verbindet, war bis mindestens Sonntag gesperrt. Die Polizei hat die Straße auf mehreren hundert Metern gesperrt, und das nicht ohne Grund. Die Situation ist ernst: Eine Trinkwasserleitung mit einem Durchmesser von 50 cm ist zwischen dem Bleicherweg und der Zur Seehafenbrücke gebrochen. Der Untergrund ist über die gesamte Breite unterspült, und tiefgehende Mulden sind sichtbar, während die Pflastersteine an vielen Stellen versackt sind. Ein Bild des Schreckens!
Die Auswirkungen sind nicht nur auf den Verkehr beschränkt. In einem Mehrfamilienhaus stand das Wasser hüfthoch im Keller – eine echte Katastrophe für die Bewohner. Glücklicherweise hat sich der Druck im Trinkwassernetz bis 9.45 Uhr stabilisiert, und die Trinkwasserversorgung ist vorerst gesichert. Allerdings könnten vorübergehende Trübungen oder Braunfärbungen des Wassers auftreten, die gesundheitlich unbedenklich sind, aber dennoch für Verunsicherung sorgen.
Verkehrschaos und Umleitungen
Die Vollsperrung der Buxtehuder Straße betrifft auch den Schienenersatzverkehr für die S-Bahn-Linie S3 zwischen Wilhelmsburg und Neugraben. Das ist besonders ärgerlich, da der reguläre S-Bahn-Verkehr nach Harburg wegen Bauarbeiten ohnehin unterbrochen ist. An dieser Stelle zeigt sich, wie wichtig diese Verkehrsverbindung ist. Die Umleitungen über den Fürstenmoordamm und die A7-Anschlussstelle Hausbruch sind ebenfalls nicht möglich, da auch diese wegen Bauarbeiten gesperrt sind. Ein teuflischer Kreislauf von Staus und Umleitungen zeichnet sich ab, und die Pendler in der Region müssen sich auf Geduld einstellen.
Die Notkolonne von Hamburg Wasser ist bereits im Einsatz, um den Gehweg provisorisch wiederherzustellen. Das Ziel ist, am Montagmorgen zumindest eine Spur je Fahrtrichtung freizugeben, aber ob das klappt, hängt vom Fortschritt der Instandsetzung ab. Schade, dass solche Notfälle immer dann auftreten, wenn man es am wenigsten erwartet.
Ursachen und Folgen
Aber was führt eigentlich zu solchen Wasserrohrbrüchen? Rohre haben schließlich ein „Ablaufdatum“. Sie nutzen sich über die Jahre ab, und Straßen sowie Rohrleitungen benötigen regelmäßige Prüfungen. Diese Versäumnisse können zu gravierenden Schäden an Leitungen und Straßen führen, was teure Reparaturen nach sich ziehen kann. In Bayern beispielsweise müssen schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der Leitungen in den kommenden Jahren saniert werden. Die Ursachen für Schäden sind vielfältig: Materialabnutzung, fehlerhafte Planung oder auch einfach nur die hohe Belastung durch den Straßenverkehr. Das alles kann sich negativ auf die Lebensdauer der Trinkwasser- und Abwasserrohre auswirken, die normalerweise zwischen 50 und 80 Jahren liegt.
Ein Rohrbruch kann nicht nur zu kurzfristigen Versorgungsunterbrechungen führen, sondern auch langfristige Folgen haben, etwa Schadstoffeinträge in Boden und Grundwasser. Es ist ein Thema, das uns alle betrifft, auch wenn wir es oft nicht wahrnehmen, bis es zu spät ist. Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit könnte hier viel bewirken – aber wer denkt schon an Rohre, wenn man mit dem Auto zur Arbeit hetzt?