Heute ist der 5.06.2026 und ich sitze hier in Hausbruch, wo sich die Wolken über uns verdichten und die Luft nach einem Regenschauer duftet. Hamburg, die Stadt der Wasserwege und Brücken, hat so viele Facetten, und eine davon ist die bemerkenswerte Niederschlagsverteilung, die auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Trotz ihrer kompakten Fläche gibt es hier gravierende Unterschiede in der Regenmenge – ein Phänomen, das jeden Hamburger immer wieder überrascht.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es in einer Stadt wie Hamburg recht gleichmäßig regnen müsste. Aber weit gefehlt! Die jährlichen Niederschlagsunterschiede zwischen den trockensten und den regenreichsten Stadtteilen betragen über 200 Millimeter. In den Walddörfern des Bezirks Wandsbek, insbesondere in Bergstedt, wird das deutlich – dort fallen jährlich zwischen 800 und 850 Millimeter Regen. Volksdorf, Wohldorf-Ohlstedt und Lemsahl-Mellingstedt sind ebenfalls nicht weit entfernt und verzeichnen ähnliche Werte zwischen 790 und 840 Millimetern. Interessant ist, dass die leicht erhöhte Geestlandschaft im Nordosten dafür verantwortlich ist, dass feuchte Luftmassen hier aufsteigen und für die hohen Niederschläge sorgen. Man fragt sich, wie es in den anderen Stadtteilen aussieht.

Ein Regenparadies im Harburger Süden

Wechseln wir mal die Perspektive und schauen uns die Harburger Berge an. Die Stadtteile Heimfeld, Hausbruch, Marmstorf und Neugraben-Fischbek sind ebenfalls regelrechte Regenmagneten mit Niederschlagsmengen von 780 bis über 820 Millimetern. Und in den höheren Lagen nahe dem Hasselbrack können die Werte sogar über 850 Millimeter schießen! Wer hätte gedacht, dass man für etwas mehr Regen in Hamburg schon hoch hinaus muss?

Doch auch im Bezirk Hamburg-Nord liegen die Niederschläge über dem städtischen Durchschnitt. Winterhude, Eppendorf, Ohlsdorf und Fuhlsbüttel bringen es auf etwa 740 bis 780 Millimeter jährlich. Ohlsdorf und Fuhlsbüttel erreichen im Schnitt etwa 770 Millimeter, während Winterhude und Eppendorf zwischen 740 und 750 Millimetern liegen. Und was ist mit Altona? Hier sind die Niederschlagsmengen ebenfalls erfreulich: Altona-Altstadt, Ottensen und Othmarschen liegen bei etwa 730 bis 760 Millimetern. Blankenese, Sülldorf und Rissen sind mit Werten von 760 bis 780 Millimetern ebenfalls nicht zu verachten – besonders in den Elbhanglagen von Blankenese, wo der Regen die Landschaft in ein grünes Paradies verwandelt.

Klimainformationen für Hamburg

Aber was bedeutet das alles für die Stadt und ihre Menschen? Hier kommt das Klimainformationssystem Hamburg ins Spiel. Es bietet umfassende Informationen zur Klimaentwicklung und den Auswirkungen in der Stadt. Mit 38 Indikatoren in verschiedenen Handlungsfeldern wie Stadtplanung und Küstenhochwasserschutz ist es ein wichtiges Fundament für die Hamburger Klimaanpassungsstrategie. Es gibt nicht nur Aufschluss über die Niederschläge, sondern auch über die Entwicklung des Klimas in Hamburg in den vergangenen Jahren.

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Wissenschaftler und Stadtplaner nutzen diese Daten, die im Rahmen des Klimafolgen-Monitorings von verschiedenen Institutionen gesammelt wurden, um die Herausforderungen des Klimawandels besser zu verstehen. Es wird grafisch aufbereitet, was die Klimaforschung in Hamburg so faszinierend macht. Das Exzellenzcluster „CLICCS – Klima, Klimawandel und Gesellschaft“ liefert noch dazu spannende Einblicke in die Forschung und Entwicklung, die unsere Stadt betreffen.

Ob für die Bürger, Unternehmen oder die Presse – die Informationen sind ein wertvolles Werkzeug. Denn wer weiß, vielleicht wird der nächste Regen in Hamburg nicht nur mit einem Schirm, sondern auch mit einem gewissen Bewusstsein für die Klimaveränderungen begegnet. Und während ich hier sitze und den sanften Regen auf die Fenster prasseln höre, wird mir klar, wie wichtig das ist. Denn in Hamburg ist der Regen weit mehr als nur ein Wetterphänomen – er ist Teil unserer Identität.