Wellenstreiks in Hamburg: Bus und U-Bahn stehen nächste Woche still!
In Hamburg ist wieder Bewegung im Nahverkehr angesagt. Die Gewerkschaft ver.di hat für die kommende Woche „Wellenstreiks“ im Bus- und U-Bahnverkehr angekündigt, die voraussichtlich am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag stattfinden werden. Dies betrifft jeweils einzelne Bereiche der Hamburger Hochbahn AG (Hochbahn) und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH). Ziel dieser Streikaktion ist es, den Fahrgästen möglichst wenig Unannehmlichkeiten zu bereiten, so lautet die klare Ansage von ver.di.
Die betroffenen Linien werden von der Gewerkschaft jeweils einen Tag im Voraus veröffentlicht. Fahrgäste werden gebeten, auf S-Bahnen auszuweichen, die nicht vom Streik betroffen sind. Ein Lichtblick: Fähren der HADAG werden planmäßig verkehren, das sorgt für ein wenig Entspannung in der Mobilität.
Hintergrund der Streiks
Die neuen Streiks sind das Ergebnis ausstehenden Tarifverhandlungen, bei denen ver.di erneut eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent fordert. In der letzten Verhandlungsrunde hat die Hochbahn kein konkretes Angebot vorgelegt, während die VHH ein Verhandlungsergebnis präsentiert hat, das für ver.di unzureichend ist. Um den Druck auf die Arbeitgeber und den Hamburger Senat zu erhöhen, wird nun in ausgewählten Bereichen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Gewerkschaft hat auch soziale Verbesserungen im Sinn, darunter eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 7,5 Prozent, die Einführung eines Mietkostenzuschusses von 200 Euro pro Monat für Auszubildende sowie deren vollständige Kostenübernahme für das Deutschlandticket.ver.di hat auch die Einführung einer 35-Stunden-Woche sowie Urlaubsgeld in Höhe eines halben Monatslohns für die VHH gefordert.
Der Arbeitsdirektor der Hochbahn bezeichnete die Streiks als „unnötig und nicht konstruktiv“. Die nächsten Verhandlungen sind für den 20. und 24. Februar angesetzt, und sollte es weiterhin keine Einigung geben, könnte eine Ausweitung der Streiks folgen.
Kontext zu Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst
Die Forderungen in Hamburg stehen im Kontext kürzlich abgeschlossener Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder, die von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verhandelt wurden und weitreichende Auswirkungen für rund 925.000 Tarifbeschäftigte hatten. Diese Einigung gilt unter anderem auch für Beamte und Pensionisten, die von den verhandelten Ergebnissen des Deutschen Beamtenbundes profitieren. Der ausgehandelte Tarifabschluss sieht Gehaltserhöhungen in mehreren Schritten vor: Eine erste Erhöhung um 2,8 Prozent erfolgt am 1. April 2026, gefolgt von weiteren Erhöhungen bis Januar 2028.Tagesschau berichtet, dass die Gesamtkosten des Tarifabschlusses auf 12,34 Milliarden Euro beziffert werden und auch Mindestlöhne für Studierende an Hochschulen angehoben werden.
Neben den Tarifverhandlungen im Verkehrszug sind auch in der Hamburger Innenstadt zahlreiche größere Demonstrationen abgehalten worden. Und während die Mobilität in der Hansestadt ins Wanken gerät, dürfen die Hamburger Fußballfreunde einen Sieg ihres Vereins feiern. Im 1.887. Bundesligaspiel siegten die Kiezkicker mit 3:2. Ransford-Yeboah Königsdörffer trug sich gleich zweimal in die Torschützenliste ein. Dennoch hat der Verein bei den Auswärtsspielen eine schwache Bilanz: Im zwölften Auswärtsspiel der Saison gab es die neunte Niederlage.
Wie es in den kommenden Tagen weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Augen der Hamburger sind nun auf die Streikankündigungen und die zu erwartenden Verhandlungen gerichtet.
