In Hamburg-Harburg ist die Situation am Nachlassgericht alles andere als einfach. Immer wieder hören wir von langen Wartezeiten auf Erbscheine, die nicht nur zu Handlungsunfähigkeit, sondern auch zu wirtschaftlichen Schäden für die Betroffenen führen. Die Bürgerinnen und Bürger klagen über extrem lange Bearbeitungszeiten, und in einigen Fällen mussten Erben mehr als ein Jahr warten, um endlich ihren Erbschein zu erhalten. Das ist schon fast wie ein Spiel mit der Zeit, das niemand gewinnen kann.

Die SPD-Fraktion Harburg hat sich der Sache angenommen und bereits im Herbst 2024 auf die Missstände im Nachlassgericht beim Amtsgericht Harburg hingewiesen. Trotz der Bemühungen der Justizbehörde, die im Oktober 2025 verkündete, dass eine vakante Stelle neu besetzt wurde und zwei Mitarbeitende nach Krankheit zurückkehrten, blieben die Beschwerden über die langen Wartezeiten bestehen. Man fragt sich wirklich, wie lange dieser Zustand noch andauern kann.

Ein Blick auf die Zahlen

Eine Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) zeigt, dass das Problem nicht nur in Harburg besteht. Rechtsanwälte, Notare und Justizmitarbeiter berichten von ähnlichen Herausforderungen in ganz Deutschland. Die Ergebnisse sind alarmierend: Oft warten Erben mehrere Monate auf die Eröffnung von Testamenten. Fast 50% der Fälle dauern zwei Monate oder länger, und in fast 10% der Fälle müssen Erben sogar länger als ein halbes Jahr auf die Eröffnung warten. Wenn kein notarielles Testament vorliegt und ein Erbschein beantragt werden muss, wird es noch schwieriger.

Wie das so ist, während dieser Wartezeit können Erben nicht über Nachlassimmobilien verfügen. Kaufinteressenten für Immobilien springen oft ab, wenn sie Monate auf den Erbnachweis warten müssen. Das ist frustrierend, wenn man bedenkt, dass in 40% der unstreitigen Verfahren die Erteilung des Erbscheins länger als sechs Monate dauert. Die Personalsituation in der Justiz und die bevorstehende Pensionierungswelle sind Faktoren, die von Erblassern und Erben nicht beeinflusst werden können. Irgendwie ist das alles ein bisschen paradox.

Die Hoffnung auf Besserung

Frank Richter, Co-Fraktionsvorsitzender der SPD-Bezirksfraktion, äußerte, dass die Zustände am Nachlassgericht nicht haltbar seien und die Wartezeiten für die Bürgerinnen und Bürger inakzeptabel sind. Er hofft, dass die ergriffenen Maßnahmen dauerhaft wirken werden und die Erreichbarkeit des Gerichts bald verbessert wird. Zwei weitere Stellen in der Geschäftsstelle wurden neu besetzt, was die Zahl der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger von 2,5 auf 4 erhöht hat. Zudem wurde eine Mitarbeiterin des Mobilen Teams zur organisatorischen Unterstützung eingesetzt. Das klingt nach einem Schritt in die richtige Richtung.

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Die Bürgerinnen und Bürger in Harburg hoffen, dass diese Maßnahmen endlich Früchte tragen und die drückende Last der Wartezeiten bald abgenommen wird. Man fragt sich, ob die ergriffenen Veränderungen die Wende bringen können, die so dringend nötig ist. Vielleicht wird es ja doch noch besser, und die Menschen können bald wieder mit einem Lächeln auf dem Gesicht ihre Erbscheine in Empfang nehmen.