In Hamburg gibt es derzeit ganz schön Wirbel in der Verkehrspolitik. Robert Henrich, der Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hochbahn, wurde am Dienstagmittag freigestellt. Ja, richtig gehört! Eigentlich hätte er am Vormittag Pläne für die neue U5 vorstellen sollen, aber stattdessen blieb er dem Pressetermin fern. Das hat die Wogen ordentlich hochgeschlagen. Henrich hat zudem angekündigt, seinen Vertrag, der zum Jahresende ausläuft, nicht zu verlängern. Ein Schritt, der viele Fragen aufwirft.

Das Verhältnis zwischen Henrich und Verkehrssenator Anjes Tjarks, der die Grünen repräsentiert, war schon seit einiger Zeit angespannt. Eine gemeinsame Dienstreise nach Oslo, die für die beiden vermutlich nicht gerade harmonisch war, könnte hier eine Rolle gespielt haben. Und dann gab es auch noch Konflikte mit der HVV-Vorsitzenden Anna-Theresa Korbutt wegen einer geplanten Fahrgast-App – die Stimmung war alles andere als rosig. Henrich selbst hat in seiner offiziellen Stellungnahme betont, dass ihm diese Entscheidung nicht leichtgefallen sei. Immerhin bedankt er sich für die Zusammenarbeit mit Führungskräften und Mitarbeitern in der ÖPNV-Branche und hebt hervor, dass wichtige Projekte vorangetrieben wurden. Aber ehrlich gesagt, das klingt schon nach einem Abschied mit gemischten Gefühlen.

Politische Reaktionen und Kritik

Die politischen Reaktionen auf die Freistellung sind ebenso bunt wie die Hamburger Straßen. Heike Sudmann von der Linken sieht in dieser Entscheidung ein deutliches Zeichen für große Probleme in der Hamburger Verkehrspolitik. Sie verweist auf einige Verzögerungen beim autonomen Fahren und der geplanten Fahrplan-App. Philipp Heißner von der CDU hingegen sieht in Henrichs Abgang einen Verlust für den ÖPNV in Hamburg. Er kritisiert die Verkehrspolitik von Tjarks und bezeichnet die Freistellung als chaotisch – das war sicher nicht das, was sich der Senator gewünscht hat.

Der Verkehrssenator selbst hat Henrich jedoch für seinen Einsatz bei der U5 und das autonome Fahren gelobt. Irgendwie klingt das fast wie ein nachträgliches Schulterklopfen für einen, der gerade vor die Tür gesetzt wurde. Man fragt sich, wo das alles hinführt – die Hochbahn hat schließlich in der Vergangenheit immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen gehabt. Der Senat hat kürzlich 51 Millionen Euro für die Planung der Stationen in Lurup und Osdorf bereitgestellt. Diese Stationen sind jetzt fest eingeplant, aber die politische Gemengelage macht die Sache nicht gerade einfacher.

Streiks und Tarifverhandlungen

Zu allem Überfluss herrscht in Hamburg derzeit auch noch ein gewisser Unmut unter den Beschäftigten. Ein Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr hat den U-Bahn-Verkehr lahmgelegt. Die Gewerkschaft Ver.di hat die Mitarbeiter der Hochbahn und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) zu einem 24-stündigen Streik aufgerufen. Der Busverkehr leidet ebenfalls stark unter den Auswirkungen. Die Gespräche über bessere Arbeitsbedingungen ziehen sich hin. Und während all das passiert, bleibt die Frage: Wie geht es weiter mit der Hamburger Hochbahn und dem öffentlichen Nahverkehr?

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In diesem aufgewühlten Klima wird die Zukunft der Hochbahn immer ungewisser. Die Herausforderungen sind groß, und die politischen Akteure müssen sich jetzt wirklich zusammenreißen, um das Ruder herumzureißen. Schließlich geht es nicht nur um die U-Bahn-Linien, sondern auch um die Lebensqualität der Hamburgerinnen und Hamburger.