Störche feiern Brutrekord: 129 Küken in Hamburg flügge!
In dieser Saison hat die Hamburger Elbe einen beeindruckenden Baby-Boom bei den Weißstörchen erlebt. Laut dem Naturschutzbund Nabu wurden in der Hansestadt so viele Küken wie seit 100 Jahren nicht mehr aufgezogen. Jürgen Pelch, Storchenbetreuer des Nabu, präsentierte die aufregende Bilanz in Hamburg-Curslack, die die Herzen der Vogelbeobachter höher schlagen lässt. Von 59 Storchenpaaren brüteten 46 erfolgreich und brachten insgesamt 129 Jungtiere auf die Welt, was einen neuen Rekord darstellt.
Vorher gab es 2024 mit 113 Jungstörchen einen Höchststand, der nun deutlich übertroffen wurde. Die Gründe für diese erfolgreiche Brutzeit sind vielfältig: ein günstiges Klima zu Beginn der Brutsaison und eine reichhaltige Nahrungsbasis für die Störche. Nur sieben Brutpaare hatten nicht das Glück, Nachkommen großzuziehen. Hamburg gilt als Hochburg für Weißstörche, und laut Nabu leben hier die meisten Exemplare in ganz Deutschland.
Lebensraum und Ernährung
In der Stadt finden die eleganten Vögel ideale Bedingungen vor. Besonders in den Vier- und Marschlanden, sowie in den Bezirken Neugraben-Fischbek, Sülldorf und den Neuländer Moorwiesen sticht die hohe Anzahl an Nestern hervor. Die feuchten Landschaften mit Teichen, Wiesen und Gräben sind ein wahres Schlaraffenland für die Störche. Ihre Hauptnahrungsquelle sind Frösche, Mäuse und Maulwürfe, während die Jungtiere zu Beginn mit Regenwürmern gefüttert werden. Eine Storchenfamilie benötigt täglich etwa vier Kilogramm Nahrung, um ausreichend versorgt zu sein.
Der NABU unterstreicht die Notwendigkeit, diese wertvollen feuchten Grünlandflächen in Hamburg nachhaltig zu schützen. Die Vitalität der Storchpopulation ist ein bedeutender Indikator für den Naturschutz, betont auch Umweltstaatsrätin Stefanie von Berg.
Herzstück des Engagements
Immer an vorderster Front ist Jürgen Pelch, der sich seit 50 Jahren dem Schutz und der Betreuung der Störche widmet. In den letzten Wochen hat er alle Jungvögel in den Nestern erfasst und berichtet, dass fünf Küken in dieser Saison gerettet werden mussten. Zwei dieser Küken wurden im Ei übernommen und von Hand aufgezogen, während drei weitere nach dem Tod der Mutter gerettet werden konnten. Überraschenderweise überstanden alle Jungtiere die wechselhaften Wetterbedingungen, die von Regen bis zu Hitze schwankten, unbeschadet.
Die ersten jungen Störche brechen bereits Ende Juli oder Anfang August zu ihren Reise in den Süden auf. Die Elterntiere hingegen gönnen sich noch einige Wochen der Erholung, bevor sie ihren Nachwuchs folgen. Die Hamburger Weißstörche verbringen ihre Wintermonate meist in Spanien, Portugal oder sogar in Afrika. Sechs von ihnen sind ausgestattet mit GPS-Sendern, die spannende Einblicke in ihre Flugrouten ermöglichen.
Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist ein beeindruckender Vogel mit einer Größe von 80 bis 100 cm und einer Spannweite von bis zu 2,20 m. Ihr charakteristisches Aussehen, das sich durch weißes Gefieder, schwarze Handschwingen und den roten Schnabel auszeichnet, zieht jährlich viele Betrachtende an.
Mit der Rekordzahl von Jungstörchen in Hamburg wird einmal mehr klar, dass die Bemühungen um den Naturschutz nicht umsonst waren. Hoffen wir, dass diese positiven Entwicklungen anhält und die Störche auch in den kommenden Jahren ihre Rückkehr an die Elbe feiern können.
Moin.de berichtet, dass die Anzahl der Störche auch im Landkreis Harburg auf der niedersächsischen Elbseite ähnlich hoch ist. Nähere Informationen hält auch NDR bereit. Weiterführende Details zur Art und ihren Lebensbedingungen findet man auf LFU Bayern.
