Die letzten Tage waren für die Radfahrergemeinde in Bergedorf alles andere als erfreulich. Am vergangenen Wochenende kam es gleich zu zwei Unfällen am Zollenspieker Hauptdeich, wo Radrennfahrer in parkende Autos krachten und sich dabei schwer verletzten. Die Folgen waren verheerend und haben die Gemüter in der Politik erregt. Bezirkspolitiker von CDU und SPD fordern nun dringend Maßnahmen, um die Gefahren für Radfahrer besser aufzuklären. Gesprochen wird über Gespräche mit Rennradfahrern und Radsportverbänden und die Aufstellung von Schildern an den Deichen. Ein Antrag der CDU, der bereits seit mehreren Jahren auf dem Tisch liegt, soll nun endlich in die Tat umgesetzt werden. Jürgen Froh von der CDU hat sogar Polizeikontrollen an bestimmten Knotenpunkten ins Spiel gebracht. Ein allgemeines Halteverbot für Autos lehnen beide Parteien jedoch ab – rechtlich sei das nicht durchsetzbar.

Der Radsport-Verband Hamburg ist ebenfalls betroffen und verweist auf die Kampagne „Kopf hoch“ in Zusammenarbeit mit der Polizei Hamburg. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen am Zollenspieker Hauptdeich, meist weil Radfahrer ungebremst in geparkte Autos fahren. Das wirft Fragen auf: Wie kann man die Sicherheit auf den Radwegen erhöhen? Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass solche Unfälle passieren, nicht zu unterschätzen.

Ein lebensbedrohlicher Unfall in Bergedorf

Während wir noch über die Vorfälle am Hauptdeich grübeln, erreicht uns die Nachricht von einem weiteren schrecklichen Unfall auf der Wentorfer Straße. Ein 17-jähriger Radfahrer hatte das Pech, mit einem Gelenkbus zu kollidieren. Die Busfahrerin, eine 56-Jährige, wollte in den Pfingstberg abbiegen – und der junge Mann fuhr auf dem Radweg in Richtung Mohnhof, als es zur Kollision kam. Das Heck des abbiegenden Busses wurde zum Unglücksherd. Der Aufprall war so heftig, dass sogar die Fensterscheiben des Busses zerbrachen. Der Radfahrer, der keinen Helm trug, erlitt mehrere Knochenbrüche und eine lebensbedrohliche Kopfverletzung. Rettungswagen brachten ihn in kritischem Zustand ins Krankenhaus, doch später war er wieder ansprechbar. Die Polizei sucht nun Zeugen des Unfalls, der sich am 2. Dezember um 13:35 Uhr ereignete. Wer etwas gesehen hat, kann sich unter der Nummer 040/428 65 67 89 melden.

Eine besorgniserregende Entwicklung

Die Situation für Radfahrer scheint sich in den letzten Jahren nicht zum Besseren gewendet zu haben. Laut Dekra ist die Nutzung von Fahrrädern und E-Bikes seit der Corona-Pandemie gestiegen. Und das nicht zu knapp! Die Unfallzahlen sind alarmierend angestiegen. Von 2016 bis 2019 gab es einen Anstieg der verunglückten Fahrradfahrer um 7,5 % auf über 87.000. Besonders auffällig: Seit 2010 ist die Zahl der getöteten Radfahrer um fast 17 % gestiegen. E-Bike-Unfälle sind ebenfalls ein großes Thema, die Zahl der tödlichen Unfälle mit E-Bike-Beteiligung stieg im Jahr 2022 um 20 % im Vergleich zum Vorjahr. Das alles passiert, während das Verkehrsaufkommen insgesamt geringer ist.

Gefahrenzonen für Radfahrer sind häufig Kreuzungen, Einfahrten und Abzweigungen. Defensives Fahren ist unerlässlich. Radfahrer sollten sich stets vergewissern, dass sie von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden. Besonders wichtig: Abstand halten, vor allem beim Überholen von Fußgängern und anderen Radfahrern. Der seitliche Mindestabstand beträgt innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens 2 Meter. Hohe Geschwindigkeiten auf Radwegen erhöhen das Risiko von Kollisionen und Alleinunfällen. Und nicht zu vergessen: Ältere Radfahrer sind besonders gefährdet.

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Die Situation ist beunruhigend und erfordert schnelles Handeln. Hoffen wir, dass die politischen Maßnahmen bald Früchte tragen und die Sicherheit auf den Straßen und Radwegen in Bergedorf verbessert wird.