In Bergedorf, genauer gesagt in der Einkaufsstraße Sachsentor, gab es am Samstagabend eine gehörige Aufregung. Um 19:45 Uhr wurden die Feuerwehrleute alarmiert, weil Passanten einen frischen Riss in der Mauer eines Gebäudes entdeckt hatten. Man kann sich nur vorstellen, wie die Leute geschaut haben – ein Riss, der sich wie ein zarter, aber unübersehbarer Schluckauf durch die Wand zieht, lässt einen schon aufhorchen. Die Feuerwehr kam schnell und sorgte dafür, dass die Lage unter Kontrolle war.

Ein Statiker vom Bauamt wurde zur Begutachtung des Schadens hinzugezogen. Nach einer ersten Einschätzung empfahl er sofortige Sicherungsmaßnahmen. Das Gebäude wurde daraufhin mit einem Gerüst gesichert. Das Bezirksamt steht in engem Austausch mit dem Eigentümer des betroffenen Hauses sowie weiteren Verantwortlichen. Immerhin hat der Eigentümer bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben. Ein gutes Zeichen, denn so kann man eventuelle Risiken frühzeitig erkennen. Derzeit gibt es allerdings keine zusätzlichen Einschränkungen in der Nutzung des Gebäudes, außer den bestehenden Sicherungsmaßnahmen.

Ursachen für Risse im Mauerwerk

Risse im Mauerwerk sind nicht gerade ein seltenes Phänomen. In der Tat sind sie häufige Schadensbilder, die in vielen Gebäuden auftreten können. Es gibt verschiedene Arten von Rissen, und sie können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Manchmal entstehen sie einfach durch das Schwinden und Trocknen von Putz oder Estrich – das passiert, wenn die Materialien austrocknen und sich zusammenziehen. Auch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen spielen eine Rolle. Wenn die Jahreszeiten wechseln, kann sich das Material dehnen und wieder zusammenziehen, was zu diesen unschönen Rissen führen kann.

Setzungen und Baugrundbewegungen sind ebenfalls häufige Übeltäter. Wenn das Fundament ungleichmäßig absackt, kann das fatale Folgen für die Stabilität des Gebäudes haben. Hier kommen dann auch noch konstruktive Mängel ins Spiel, wie fehlende Dehnungsfugen oder unzureichende Bewehrung. Und nicht zu vergessen: Feuchtigkeitseinwirkungen, die Risse durch Frost oder aufsteigende Nässe verursachen. Manchmal ist es einfach so, dass ein Mauerwerk nie völlig rissfrei ist. Das ist ganz normal, aber man sollte trotzdem ein Auge darauf haben.

Wann wird’s kritisch?

Bei Rissen im Mauerwerk ist es wichtig, die Art und die Größe des Risses zu betrachten. Haarrisse, die weniger als 0,2 mm breit sind, sind meist unbedenklich – das sind eher optische Mängel. Schwindrisse, die in der Trocknungsphase entstehen, sind technisch ebenfalls harmlos. Aber wenn Risse diagonal verlaufen oder breiter als 1 mm sind, könnte das ein Warnsignal für statische Probleme sein. Es kann also ganz schön knifflig werden, wenn es um die Beurteilung geht. Ein Fachmann sollte hier unbedingt zu Rate gezogen werden, um potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen.

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Um Risse zu diagnostizieren, gibt es verschiedene Methoden, angefangen von Sichtprüfungen bis hin zu speziellen Messgeräten. Eine regelmäßige Überprüfung ist wichtig, vor allem wenn Risse plötzlich oder sich vergrößernd auftreten. Denn das kann auf ernstere Probleme hinweisen. Extreme Wetterereignisse, Baumaßnahmen in der Nähe oder sogar schwerer Verkehr können ebenfalls zu Rissen führen, die sich nach und nach bemerkbar machen.

Sanierungsmaßnahmen

Die gute Nachricht ist: Nicht alle Risse müssen sofort zum Baukrisen-Gipfel führen. Oft sind oberflächliche Sanierungen ausreichend. Bei optischen Rissen reicht manchmal ein einfaches Spachteln und Überarbeiten mit flexiblem Putz aus. Doch wenn es sich um Setzungsrisse handelt, sollte man die Ursachen unbedingt beseitigen, etwa durch Baugrundverbesserung oder Unterfangung. Bei statisch relevanten Rissen ist oft eine grundlegende Sanierung notwendig, und das sollte in Zusammenarbeit mit Statikern geschehen. So sorgt man dafür, dass das Gebäude auch in Zukunft stabil bleibt, und die Passanten nicht in Panik geraten, wenn sie wieder vorbeischlendern.

Insgesamt zeigt sich, dass Risse im Mauerwerk zwar nicht immer ein Zeichen für eine Gefährdung der Standsicherheit sind, aber eine fachgerechte Analyse unerlässlich ist. In Bergedorf bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Der Austausch zwischen dem Bezirksamt und dem Eigentümer könnte dabei entscheidend sein, um die Sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten. Wenn sich das Gerüst irgendwann wieder auflöst, bleibt zu hoffen, dass es dann ohne Risse und Sorgen weitergeht.