Nachhaltige Fleischzukunft: Karl-Heinz Krämer über Tierwohl in Hamburg
In Hamburgs grünem Osten tut sich einiges, und mittendrin ist Karl-Heinz Krämer, der seit 2005 in der Block-Gruppe, einem bedeutenden Akteur der Fleischbranche, aktiv ist. Als COO und CSO der Eugen-Block-Holding trägt er die Verantwortung für eine umfassende Palette von Bereichen, darunter Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung. Krämer, Jahrgang 1965, bringt seine gesamte Erfahrung, die er als Koch und mit einem Studium in Lebensmitteltechnologie gesammelt hat, in seine aktuelle Rolle ein. Erenthusiastisch betont er die Notwendigkeit von Innovationen im Lebensmitteleinzelhandel, denn in der Branche herrscht ein spürbarer Wandel.
Besonders interessant ist Krämer’s Engagement in der nachhaltigen Rinderhaltung. Rund 75 Prozent des Rindfleischbezugs von Block Foods stammen aus Deutschland, wobei etwa die Hälfte aus eigener Aufzucht kommt. Ein Rinderaufzuchtprogramm, das er in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein ins Leben rief, hat sich seit 2014 von neun Landwirten mit 600 Tieren auf mittlerweile etwa 40 Betriebe mit 5.000 bis 5.500 Rindern pro Jahr ausgedehnt. Dieses Programm fördert nicht nur das Tierwohl durch großzügige Weideflächen, sondern stärkt auch die lokale Wirtschaft und das Bewusstsein für regionale Produkte, wie auch bzfe.de anmerkt.
Nachhaltigkeit im Fokus
Die Diskussion um Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema in der Lebensmittelbranche. Nachhaltigkeit umfasst nicht nur die ökologischen Aspekte, sondern auch soziale Gerechtigkeit und das Wohl der Tiere. Laut der Webseite bzfe.de müssen Verbraucher selbst entscheiden, welche Aspekte für sie wichtig sind. Geflügel hat im Vergleich zu Rind und Schwein einen geringeren CO₂-Ausstoß und Wasserverbrauch. Dennoch ist intensive Nutztierhaltung oft mit einem höheren Flächendruck verbunden, was die Umwelt zusätzlich belastet.
Krämer sieht die nachhaltige Rinderhaltung als einen Teil der Lösung für die Herausforderungen in der Fleischbranche. Auch er beobachtete, dass die Essgewohnheiten in seiner eigenen Familie einem Wandel unterliegen. Immer mehr Menschen denken um und hinterfragen ihren Konsum von Fleischprodukten. Das zeigt, wie wichtig die Unterstützung regionaler Landwirte ist, um lokale Wertschöpfung zu fördern.
Klimawandel als Herausforderung
Die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels ist zudem ein Thema, das die gesamte Branche betrifft. Prof. Uta Dickhöfer von der Universität Kiel hat die Herausforderungen des Klimawandels für die Tierhaltung aufgezeigt. Dazu gehören unter anderem schwankende Futterqualität und Hitzestress für die Tiere. Krämer und seine Kolleg:innen setzen sich aktiv für innovative Lösungsansätze ein, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
Das Potenzial neuer Technologien, zum Beispiel genomische Techniken zur Krankheitsbekämpfung und die Zucht hitzetoleranter Nutztierrassen, machen Hoffnung. Der sogenannte One-Health-Ansatz, der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt in den Blick nimmt, könnte hier eine Schlüsselrolle spielen, so die Expert:innen aus der DLG.
Karl-Heinz Krämer lebt mit seiner Familie in Bergedorf und schätzt die ruhige, kleinstädtische Atmosphäre. Neben seiner beruflichen Verantwortung engagiert er sich auch sozial, etwa durch das Organisieren eines Weihnachtsessens für Obdachlose, das von den Schwestern von Mutter Teresa unterstützt wird. Die Block-Gruppe selbst hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1968 auf die Herstellung von Steaks spezialisiert und könnte mit einem Umsatz von 534 Millionen Euro im letzten Jahr noch weiter wachsen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Weiterentwicklung der Fleischbranche in Hamburg sowohl ökologisch als auch sozial von zentraler Bedeutung ist. Und in diesem Kontext hat Karl-Heinz Krämer nicht nur ein gutes Händchen für Innovationen, sondern auch für die Verbindung von Markt, Natur und Mensch. Es bleibt spannend zu beobachten, welche Schritte die Branche als Nächstes gehen wird und wie sich die Essgewohnheiten dadurch weiter verändern.
