Im Hamburger Osten, genauer gesagt in der Boberger Niederung, gibt es derzeit viel Bewegung unter der Erde. Die Sanierung des dioxinbelasteten Bodens schreitet mit großen Schritten voran. Umweltsenatorin Katharina Fegebank von den Grünen zeigt sich optimistisch und hebt die Fortschritte hervor. Der vollständige Bodenaustausch, der hier geplant ist, soll nicht nur Altlasten beseitigen, sondern auch der Stadtnatur ein Stück weit zurückgeben. Das klingt doch nach einer guten Sache, oder?

Die ganze Misere begann 2018, als bei einer Routineuntersuchung Dioxin in einer Bodenprobe entdeckt wurde. Die Vermutungen über die Herkunft des Dioxins führen zurück zu einer Pflanzenschutzmittelproduktion des Chemieunternehmens Boehringer Ingelheim, das bis 1984 in Moorfleet ansässig war. Abfallstoffe aus dieser Produktion sollen in den 1960er Jahren in den Boden gelangt sein – eine schreckliche Erblast. Die Dioxinwerte in den Proben übersteigen zum Teil die Grenzwerte um das 700-fache! Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern auch auf die Gesundheit. Dioxine gelten als krebserregend und können die Entwicklung von ungeborenen Kindern sowie Säuglingen stören. Das ist schon ziemlich alarmierend.

Sanierung im Zeitplan

Die Sanierung selbst betrifft eine Fläche von etwa 1,6 Hektar, das sind etwa zwei Fußballfelder. Besonders Augenmerk wird auf den obersten Meter des Bodens im östlichen Teil einer Böschung gelegt. Der Bereich im Norden des Naturschutzgebietes im Stadtteil Lohbrügge wurde bereits abgesperrt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Stadt hat sich das Ziel gesetzt, die Sanierung und Renaturierung bis Ende 2027 abzuschließen. Da ist noch ein bisschen Zeit, aber die Vorarbeiten laufen bereits auf Hochtouren.

Bis Ende 2023 wurden bereits einige vorbereitende Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehören nicht nur bodenkontaktlose Baumfällungen zur Holzverwertung, sondern auch der Schutz der Tierwelt. Ersatzquartiere für Fledermäuse und Vögel sowie ein Amphibienzaun wurden eingerichtet. Das zeigt, dass man hier nicht nur an die Menschen denkt, sondern auch an die Natur. Die eigentlichen Bodenaustauscharbeiten sind für Ende 2025 angesetzt und sollen etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Wenn das alles über die Bühne gegangen ist, ist eine umfassende Wiederbewaldung und Renaturierung des Gebiets geplant. Das klingt nach einem großartigen Plan für die Zukunft.

Finanzielle Aspekte

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 8,5 Millionen Euro, wobei etwa 3,75 Millionen Euro von der C.H. Boehringer Sohn AG & Co KG übernommen werden. Das ist ein wichtiger Schritt, denn ohne diese finanzielle Unterstützung wäre so ein umfassendes Projekt nur schwer realisierbar. Die Umweltbehörde hat zudem versprochen, die Öffentlichkeit regelmäßig über den Fortschritt der Maßnahmen zu informieren. Man bleibt also am Ball und kann die Entwicklungen hautnah mitverfolgen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Schlussendlich zeigt dieser gesamte Prozess, wie weitreichend die Auswirkungen vergangener Fehler sind – der Dioxinskandal der 80er-Jahre hat bis heute seine Schatten geworfen. Doch mit der Sanierung wird nicht nur eine belastete Fläche aufgewertet, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen in der Umgebung geleistet. Die Natur könnte hier bald wieder aufatmen, und das ist schließlich eine Nachricht, die man gerne hört!