Die Sorgen um die 73-jährige Ursula Radtke aus Hamburg-Sternschanze wachsen stetig. Am Freitagabend, den 10. April 2026, verließ sie ihre Betreuungseinrichtung in der Lippmannstraße und ist seither spurlos verschwunden. Die Polizei Hamburg hat bereits umfangreiche Such- und Überprüfungsmaßnahmen eingeleitet, doch bisher blieben diese erfolglos. In einem dringlichen Schritt erließ ein Richter nun einen Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung.

Ursula Radtke ist etwa 170 bis 175 cm groß, hat eine kräftige Statur und längere, weiß-graue Haare. Sie trägt in der Regel eine lange, dunkle Jacke und hat oft zwei Plastiktüten von Super- oder Drogeriemärkten bei sich. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort. Wer etwas gesehen hat oder die Vermisste antreffen sollte, wird gebeten, sich umgehend unter der Telefonnummer 040/4286-56789 oder direkt bei einer Polizeidienststelle zu melden. Im Notfall kann auch der polizeiliche Notruf unter 110 genutzt werden.

Hintergrund und Kontext zur Vermisstenfahndung

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat in Deutschland seit seiner Gründung im Jahr 1951 die Verantwortung für die Bearbeitung von Vermisstenfällen. Die „Vermisstenstelle“ des BKA kümmert sich um die Fahndung nach vermissten Personen, die Identifizierung von unbekannten Leichen und hilflosen Personen. Eine Person gilt als vermisst, wenn sie unerklärlich von ihrem Aufenthaltsort fernbleibt und dabei eine Gefahr für Leib oder Leben angenommen wird.

Besonders bei Erwachsenen kann die Polizei nur dann aktiv werden, wenn eine akute Gefahr besteht. Bei minderjährigen Personen hingegen, die ihren Lebenskreis verlassen und deren Aufenthalt unbekannt ist, gelten andere Regeln. Diese werden in der Regel in staatliche Obhut genommen. Die örtliche Polizeidienststelle ist für die unmittelbare Personensuche zuständig und leitet bei akuter Gefahr oft groß angelegte Suchmaßnahmen ein.

Die Zahlen hinter den Vermisstenfällen

Aktuell sind im Informationssystem der Polizei (INPOL) rund 9.100 Vermisstenfälle registriert. Täglich kommen etwa 200 bis 300 neue Fahndungen hinzu, wobei etwa 50% der Fälle innerhalb der ersten Woche geklärt werden. Die Aufklärungsquote ist erfreulich hoch: Rund 96,1% der vermissten Kinder aus dem Jahr 2025 konnten bis Jahresende aufgefunden werden. Dennoch bleiben rund 3% der vermissten Personen länger als ein Jahr unauffindbar.

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In der aktuellen Situation ist es wichtig, dass die Bevölkerung wachsam bleibt und Hinweise zur Vermissten meldet. Jeder Hinweis könnte entscheidend sein. Weitere Informationen und Hintergründe zu Vermisstenfällen finden Sie auf der Webseite des Bundeskriminalamts.