Wer in der Szene von Hamburg unterwegs ist, kommt an Ildikó von Kürthy nicht vorbei. Die am 20. Januar 1968 in Aachen geborene Autorin ist nicht nur eine gefragte Schriftstellerin und Kolumnistin, sondern auch ein bekanntes Gesicht im Literaturbetrieb. Aufgewachsen in Aachen-Laurensberg und mit einem Abitur am Kaiser-Karls-Gymnasium in der Tasche, fand sie ihre berufliche Inspiration an der Henri-Nannen-Schule für Journalistik in Hamburg, wo ihre Leidenschaft für das Schreiben gewachsen ist. Ildikó von Kürthy beschreibt sich selbst als einseitig begabt, da sie naturwissenschaftliche oder mathematische Talente vermisst, aber dafür umso mehr mit Worten umgehen kann. Ein prägender Einfluss auf ihr Schriftstellertum war die Blindheit ihres Vaters, mit dem sie ihre ersten beschreibenden Sätze teilte, wie etwa „Papa, Stufe!“ Wikipedia berichtet.
1993 konnte Ildikó von Kürthy bereits mit ihrem Artikel „Hier stirbt niemand einsam“ den Axel-Springer-Preis einheimsen. Diese Auszeichnung krönte ihre Arbeit bei der Frauenzeitschrift „Brigitte“, wo sie sich als Redakteurin einen Namen machte. Ihre Feder ist dabei nicht nur für romantische Leichtgewichte verantwortlich, sondern auch für tiefgründige Beobachtungen. So greift sie immer wieder Themen auf, die jungen Frauen einen Spiegel vorhalten und sie humorvoll über ihre Schwächen und Beziehungen zu Männern reflektieren lassen. Die Gesamtauflage ihrer Werke, darunter der Debütroman „Mondscheintarif“, der 1999 erschien und 2001 verfilmt wurde, beläuft sich auf über sechs Millionen – und das in rund 30 Sprachen, was zeigt, wie hoch im Kurs ihre Geschichten stehen Ildiko von Kürthy.
Ein buntes literarisches Schaffen
In den Jahren darauf folgten zahlreiche weitere Werke, wie der Roman „Freizeichen“ im Jahr 2003, der 2004 den dritten Platz beim DeLiA-Literaturpreis belegte. Auch ihre jüngste Veröffentlichung, der Roman „Morgen kann kommen“, schaffte 2022 den Sprung auf Platz 23 der Bestsellerliste Belletristik des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Ihre neusten literarischen Abenteuer standen kürzlich im Mittelpunkt einer öffentlichen Kontroverse mit Literaturkritiker Denis Scheck über ihr Werk „Alt genug“. Ein weiteres Highlight ihrer Karriere war die Premiere ihres ersten Theaterstücks „Liebeslügen oder Treue ist auch keine Lösung“ am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg im März 2016 Wikipedia berichtet.
Insgesamt hat Ildikó von Kürthy nicht nur zehn Romane, sondern auch drei Sachbücher und ein Kinderbuch verfasst. Während ihrer schreiberischen Reise hat sie sich als feste Größe in der deutschen Literaturszene etabliert und schreibt seit 2009 regelmäßig Kolumnen für „Brigitte“. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann Sven Michaelsen, einem Buchautor und freien Journalisten, sowie ihren zwei Söhnen, die 2006 und 2010 geboren wurden, und einem Hund in Hamburg. Ihre Motivation zu schreiben ist so einfach wie einleuchtend: Sie möchte das beschreiben, was sie sieht, ein Talent, das sie ursprünglich für ihren blinden Vater entwickelte und nun für ihre Leser:innen einsetzt Ildiko von Kürthy.
Wer also das nächste Mal einen Blick auf die Bestsellerliste wirft oder sich durch die Seiten der Zeitschrift „Brigitte“ blättert, sollte sich vielleicht einmal überlegen, wie viel von Ildikó von Kürthys Lebensfreude und Lebensklugheit in diesen Zeilen steckt. Ihre Geschichten sind nicht nur unterhaltsam, sie bieten auch viele Denkanstöße – eine echte Hamburger Legende in der Welt der Literatur.