Frust und Sorgen: Zora Klipp kämpft um ihr Restaurant Blattgold in Hamburg
Inmitten der bunten Gastronomieszene Hamburgs kämpft Zora Klipp, die Betreiberin des veganen Restaurants Blattgold in der Sternschanze, mit Rückschlägen, die ihrer Kreativität und Leidenschaft stark zusetzen. Das Lokal ist während der Sommersaison vollständig eingerüstet, was sowohl die Sichtbarkeit als auch den beliebten Außenbereich stark einschränkt. Klipp äußert ihren Unmut in einem aktuellen Instagram-Video und betont, dass die Gastronomie ohnehin schon unter schwierigen Bedingungen leidet. Die Probleme mit der Hausverwaltung begannen bereits Ende 2024, als plötzlich Arbeiten an der Fassade angekündigt wurden. Innerhalb weniger Tage sollte Klipp ihre Zustimmung geben, da angeblich eine Gefahr für Passanten bestand. Diese abrupten Einschränkungen stellen die Köchin und ihr Team vor ernsthafte Herausforderungen.
Ursprünglich sollte die Sanierung bis zum Ende des Sommers 2025 abgeschlossen sein. Doch ein langsamer Baustart im Januar 2025 und monatelange Untätigkeit führten dazu, dass die Fassade erst im Frühjahr 2026 vollständig verhüllt wurde, ohne dass ein klarer Zeitrahmen für die Arbeiten kommuniziert wurde. Klipp beschreibt die aktuelle Phase als „wirklich sehr schwierige Zeit“ und arbeitet gemeinsam mit ihrem Anwalt an einer Lösung. Dabei kommt hinzu, dass bereits vor der Eröffnung des Restaurants Probleme wie nasse Wände und Schimmel auftraten, die für zusätzlichen Stress sorgten. Trotz dieser Widrigkeiten hat sich Blattgold zu einem beliebten Treffpunkt im Schanzenviertel entwickelt.
Die Gastronomie in Hamburg im Umbruch
Die Herausforderungen, vor denen Klipp steht, sind beileibe nicht die einzigen, die jene betreffen, die in der Hamburger Gastronomieszene tätig sind. Laut einem Bericht von Genussguide haben im ersten Quartal 2023 gleich 285 Betriebe in Hamburg ihre gastronomischen Gewerbe abgemeldet. Im selben Zeitraum gab es allerdings auch 385 neue Anmeldungen, was einen ermutigenden Aspekt zeigt. Dennoch zeugt die Schließungsrate von den Schwierigkeiten, mit denen viele Unternehmen konfrontiert sind.
Die Gastronomie hat mit stark schwankenden Lebensmittelpreisen und einer angespannten Personalsituation zu kämpfen. Der zurückgestellte Mehrwertsteuersatz, der während der Pandemie von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde, soll Ende 2023 wieder auf 19 Prozent steigen. Dies sorgt für Besorgnis, denn 95,7 Prozent der Gastronomen geben an, dass sie ihre Preise erhöhen müssen, wenn diese Steuererhöhung tatsächlich umgesetzt wird. Außerdem befürchten viele, dass eine Rückkehr zum höheren Steuersatz das Gästeaufkommen negativ beeinflussen könnte.
Einige Gastronomen setzen nun auf innovative Lösungen wie Serviceroboter oder Koch-Roboter, während die Stimmung in der Branche angespannt bleibt. Robert von Appen, Betreiber des Restaurants Chapeau!, berichtet von steigenden Gehaltsforderungen. Er empfiehlt, kleine Betriebe zu unterstützen und Trinkgelder zu geben, damit die gastronomische Vielfalt in Hamburg erhalten bleibt.
Gemeinsam durch die Krise
In einer Zeit, in der die Gastronomie mit so vielen Herausforderungen konfrontiert wird, besteht die Hoffnung, dass die Wirte wie Zora Klipp es schaffen, sich durchzusetzen und weiterhin köstliche Gerichte zu servieren. Auch wenn die Baustellen um sie herum hektische Töne anschlagen, bleibt das Blattgold ein strahlender Stern am kulinarischen Himmel der Stadt. Die Community ist gefordert, die Gastronomie vor Ort zu unterstützen, um ihre Vielfalt und Lebendigkeit zu bewahren.
