Im Herzen Hamburgs, besonders im lebhaften Stadtteil Altona, sorgt die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft 2026 für hitzige Diskussionen unter Gastronom:innen und Politikern. Die Aufregung dreht sich um die strikten Regelungen für Public Viewing, die besonders in den beliebten Vierteln Ottensen und Schanzenviertel gelten. Hier dürfen Fußballspiele im Außenbereich nur unter bestimmten Bedingungen ausgetragen werden, was bei den Wirten auf wenig Begeisterung stößt. Das Bezirksamt Altona erinnerte die Gastwirte daran, dass während des Turniers keine Tonübertragungen erlaubt sind – eine Maßnahme, die auf die bestehenden Sondernutzungserlaubnisse für Außengastronomie zurückgeht. Diese Regelung wurde auf den Wunsch des Nachtbeauftragten der Gastronomie eingeführt, um Nachtruhe und mögliche Störungen zu gewährleisten. T-Online berichtet von der wachsenden Unzufriedenheit in der Branche.

Die Reaktionen der Lokalpolitiker sind ebenfalls lautstark, besonders vonseiten der FDP und CDU. FDP-Bürgerschaftsabgeordneter Jimmy Blum kritisierte die Regelung als lebensfern und appellierte an die Wichtigkeit von Gemeinschaftsgefühl während der WM. Die FDP-Fraktion Altona und die CDU fordern mehr Flexibilität für Public Viewing und schlagen vor, die Verwaltungspraxis zu überdenken, um den Bedürfnissen der Gastronomie entgegenzukommen. Auch Bendix Sander-Knauer, Betreiber des Restaurants „La Sepia“, äußerte sich kritisch zum Zeitpunkt der Regelumsetzung, der kurz vor dem Turnier fiel. Er wünscht sich einen besseren Austausch zwischen den Behörden und seinen Kollegen in der Gastronomie, um für alle Seiten ein gutes Arrangement zu finden.

Regelungen für Public Viewing

Public Viewing hat seit der WM 2006 einen festen Platz in der deutschen Fußballkultur. Daher ist es kein Wunder, dass die kommenden Spiele in Kanada, Mexiko und den USA mit Spannung erwartet werden, insbesondere da viele Spiele um 21 oder 22 Uhr MEZ stattfinden und einige sogar erst um Mitternacht oder später beginnen. Diese späten Anstoßzeiten bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Nachbarn können bei möglichen Störungen innerhalb der Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr das Ordnungsamt oder die Polizei verständigen, was für einige Veranstalter zum Stolperstein werden könnte, wenn sie im Freien feiern wollen. BR.de hebt hervor, dass private Feste im Garten oder auf der Terrasse nur unter bestimmten Bedingungen stattfinden dürfen, um Konflikte zu vermeiden.

Um Ärger zu vermeiden, sollten Nachbarn frühzeitig informiert oder sogar eingeladen werden. Zudem wird geraten, Lautsprecher nicht in Richtung angrenzender Wohnungen auszurichten und die Lautstärke in einem angemessenen Rahmen zu halten. Für öffentliche Veranstaltungen – wie sie beim Public Viewing üblich sind – benötigen die Gastgeber eine kostenpflichtige FIFA-Lizenz sowie die Zahlung von GEMA-Gebühren. Die behördlichen Genehmigungen und Ausnahmen sind unerlässlich und variieren je nach Stadt. Während München bis 1 Uhr nachts Public Viewing in Biergärten erlaubt, bleibt Hamburg in dieser Hinsicht strikter.

Die Perspektive der Gastronomie

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Bayern spricht sich klar für temporär begrenzte Ausnahmen für Public Viewing aus, um den gastronomischen Betrieben zu helfen, in diesen besonderen Zeiten zusätzliche Gäste zu gewinnen. Trotz laxen Regelungen in anderen Städten rechnen deutsche Brauereien nicht mit einem großen Bier-Boom während der WM, begrüßen jedoch die Möglichkeit für spätere Public Viewings.

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Mit dem Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao am 14. Juni 2026 wird es spannend, wo und wie Hamburg seine Kicker anfeuern wird. Die Gastronomie hofft auf mehr Freiräume und eine bessere Zusammenarbeit mit den Behörden, damit die Fans nicht nur im Stadion, sondern auch in der Stadt gemeinsam mitfiebern können.