Schluss für „Marseille“: Hamburger Kronjuwel der französischen Küche schließt!
In Hamburg gibt es eine traurige Nachricht aus der Gastronomie: Das beliebte Restaurant „Marseille“ in der Großen Elbstraße 164, Altona-Altstadt, hat seine Pforten endgültig geschlossen. Inhaber Milenko Gavrilovic, der das Lokal 18 Jahre lang führte, hat die Schließung über die Webseite des Restaurants angekündigt und sich für die lange Zeit bedankt, die er dort verbringen durfte. „Marseille“ war bekannt für seine französische Küche mit Spezialitäten wie Bouillabaisse, Sauté vom Rinderfilet und Crème Brûlée sowie für seine einladende Terrasse und das mediterrane Flair.
Christian Rach, ein bekannter Koch, hob die kreative Küche und die herzliche Gastfreundschaft von Gavrilovic hervor und zeugt damit von der hohen Wertschätzung, die das Restaurant in der Stadt genoss. Gavrilovic ist auch Mitinhaber des Restaurants „Eisenstein“ in Ottensen und des Feinkostgeschäfts „Hej Milo“ im Schanzenviertel, sodass die Schließung von „Marseille“ besonders bemerkenswert ist.
Wirtschaftliche Herausforderungen der Gastronomie
Die Schließung von „Marseille“ ist nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern reiht sich in einen besorgniserregenden Trend in der Gastronomie ein. Laut Berichten von ZDF heute sind die Insolvenzen in der Branche im Jahr 2025 zum vierten Mal hintereinander gestiegen. Über 2.900 Betriebe mussten aufgeben – der höchste Stand seit 2011 und ein Anstieg von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2020 gab es mehr als 11.200 Insolvenzen in der Gastronomie. Die Pandemie, die Energiekrise und die Inflation haben die Branche stark getroffen, und viele kleine, inhabergeführte Betriebe kämpfen ums Überleben.
Die gegenwärtige Wirtschaftslage, in der hohe Lohnkosten und gestiegene Betriebskosten die Rentabilität erschweren, zwingt viele Wirte zu kritischen Entscheidungen. Unternehmenspleiten in Deutschland könnten bis 2026 wieder das Niveau von 2014 erreichen. Ein Drittel der Betriebe schreibt bereits Verluste, und bei knapp 40 Prozent der Unternehmen liegt die Eigenkapitalquote bei weniger als 10 Prozent. Es zeigt sich, dass trotz der Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen von 19 auf 7 Prozent die Preise nur leicht gesenkt wurden und somit nicht entschärfend auf die angehäuften Probleme wirken konnten.
Die Zukunft der Gastronomie bleibt ungewiss
Die Zukunft von Milenko Gavrilovic bleibt offen, ob er im Bereich Gastronomie einen Neustart in anderer Form plant. In jedem Fall bleibt der Verlust von „Marseille“ ein Zeichen für die Herausforderungen, mit denen viele Betriebe konfrontiert sind. Kreative Küchen und leidenschaftliche Gastgeber wie Gavrilovic sind in der heutigen Zeit besonders wertvoll, und das Verschwinden eines solchen Lokals macht deutlich, dass es in der Gastronomie ein ständiges Auf und Ab gibt.
Die Schließung von „Marseille“ ist nicht nur ein Verlust für die kulinarische Landschaft Hamburgs, sondern auch ein Spiegelbild der aktuellen wirtschaftlichen Realität, die viele in der Branche betrifft. Die Hoffnung bleibt, dass sich die Bedingungen bald bessern und die Gastronomie wieder aufblühen kann.
