Am 1. Mai 2026 strömten rund 25.000 Menschen in Hamburg auf die Straßen, um für ihre Rechte und sozialen Gerechtigkeit zu demonstrieren. Die Stimmung war bunt und lebhaft, während sich die Teilnehmer in verschiedenen Demonstrationen versammelten, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Laut Polizeiberichten nahmen mehr als 11.000 Menschen an den Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) teil, während aus dem linken und linksextremen Spektrum etwa 13.500 Teilnehmer gezählt wurden.
Die zentralste DGB-Demonstration führte von Ottensen zum Fischmarkt. Hierbei zeigten sich prominente Unterstützer wie DGB-Chefin Tanja Chawla und Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) solidarisch mit den Demonstrierenden. Die Kundgebungen verliefen größtenteils friedlich, abgesehen von vereinzelten Vorfällen, bei denen Feuerwerkskörper gezündet wurden. Die Proteste standen unter dem Motto des Umverteilungsbündnisses „Wer hat, der gibt“, welches mit knapp 8.000 Teilnehmern deutlich über den Erwartungen lag. Linken-Vorsitzender Jan van Aken forderte in diesem Rahmen eine höhere Besteuerung großer Vermögen.
Demonstrationen im Überblick
Eine weitere bemerkenswerte Demonstration war die „Revolutionäre 1. Mai-Demo“ des Roten Aufbaus, die mit 4.500 Teilnehmern sogar 3.500 mehr Mobilisierten als ursprünglich angemeldet. Die anarchistische „schwarz-rote 1. Mai“-Demo in St. Pauli hingegen zog mit rund 1.000 Teilnehmern nur halb so viele Menschen an wie erwartet. Trotz der hohen Teilnehmerzahlen konnte die Polizei die Situation gut im Griff behalten und setzte insgesamt 1.000 Beamtinnen und Beamte ein – 800 weniger als im Vorjahr. Unterstützung erhielt die Hamburger Polizei durch Einheiten aus Schleswig-Holstein und der Bundespolizei.
Die Polizeisprecherin Sebastian Born äußerte sich positiv über die Sicherheitslage und die Versammlungsfreiheit, die während des gesamten Tages gewahrt blieben. Dennoch gab es mehrere Unterbrechungen der Demonstration des Roten Aufbaus, bedingt durch vermummte Teilnehmer und gezündete Pyrotechnik.
Ein Blick über die Grenzen Hamburgs
Während in Hamburg die Straßen voll waren, gab es auch in Hessen reges Treiben. Rund 19.500 Menschen demonstrierten dort für Arbeitnehmerrechte, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Der DGB berichtete von insgesamt 26.100 Teilnehmern im DGB-Bezirk Hessen-Thüringen. Besonders hervorzuheben ist die zentrale Kundgebung in Frankfurt, wo etwa 5.000 Menschen zusammenkamen, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.
Das Motto der hessischen Kundgebungen lautete „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. DGB-Landeschef Michael Rudolph äußerte seine Besorgnis über die wachsende Unsicherheit und den Druck auf Arbeitsplätze und forderte klare Bekenntnisse der Unternehmen zu ihren Standorten und Beschäftigten sowie mehr Investitionen. Auch er sprach sich für eine gerechtere Erbschaftsteuer und die Wiedereinführung einer Vermögensteuer aus.
Der 1. Mai bleibt somit nicht nur ein Feiertag, sondern ein wichtiger Kampftag für viele Menschen, die sich für ihre Rechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Die Demonstrationen in Hamburg und Hessen zeigen eindrucksvoll, dass der Kampf um faire Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit auch in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist.