Heute ist der 27.05.2026 und in Hamburg, genauer gesagt in Volksdorf, wird es an diesem Wochenende wirklich spannend. Die Initiative Denk Mal Am Ort (DMAO) hat sich wieder etwas ganz Besonderes vorgenommen. Seit 2016 widmen sich engagierte Bürger der Aufgabe, die Geschichten von Verfolgten der NS-Diktatur an authentischen Orten lebendig werden zu lassen. Das Konzept ist einfach, aber unglaublich berührend: Menschen öffnen ihre Wohnungen, Gärten oder Treppenhäuser, um von den Schicksalen zu berichten, die in diesen Mauern ihren Lauf nahmen. Eine Art Zeitreise, die uns an Orte führt, an denen das Leben damals oft in Gefahr war.
Am 30. und 31. Mai 2026 öffnet DMAO in Hamburg an 17 verschiedenen Orten, und das ist nicht nur eine schlichte Gedenkveranstaltung, sondern ein echtes Eintauchen in die Geschichte. In Volksdorf wird es am 30. Mai um 15 Uhr im Garten des Hauses Wulfsdorfer Weg 79 zu einer besonderen Veranstaltung kommen. Dort erwartet die Besucher ein Vortrag, der von Musik begleitet wird – inklusive Gebärdendolmetschen! Eine kleine, aber feine Geste, die zeigt, wie wichtig Inklusion in der Erinnerungskultur ist.
Erinnern an die Vergangenheit
Die Themen, die bei dieser Veranstaltung behandelt werden, sind nicht nur historische Fakten, sondern sie berühren das Herz. Es wird um Eva Hesse gehen, die als Kind aus Deutschland geflohen ist und später eine bedeutende Bildhauerin wurde. Auch die Familie Warburg und die „Kinder von Blankenese“, jüdische Kinder, die den Holocaust überlebten, spielen eine zentrale Rolle. Und dann wäre da noch Alfred Schär, ein wahrhaft beeindruckender Mann! Als Taubstummenlehrer und SPD-Vertreter war er ein entschiedener Gegner des NS-Regimes und wurde 1937 im KZ Fuhlsbüttel verhaftet. Seine Geschichte ist nicht nur eine von Verfolgung, sondern auch von Widerstand. Er schloss sich dem Internationalen Sozialistischen Kampfbund an, wurde jedoch aufgrund von Denunziationen gefasst.
Dr. Eva Ursula Lindemann, die im Organisationsteam von DMAO aktiv ist, hat in einem Interview betont, dass das Interesse an der NS-Geschichte stetig wächst. Immer mehr Menschen setzen sich mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinander. Es ist spannend zu beobachten, wie Erinnern ohne Zeitzeugen möglich ist. Wie wir die Geschichten lebendig halten und sicherstellen können, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät, ist eine Herausforderung, die uns alle betrifft.
Ein Blick auf die Bedeutung
Wenn man über all diese Geschichten nachdenkt, wird klar, dass es nicht nur um das Erinnern geht – es geht um das Verstehen, das Lernen und das Miteinander. Gerade in Zeiten, in denen Geschichte oft nur aus Büchern bekannt ist, werden solche Veranstaltungen zu einem wertvollen Erlebnis, das das Bewusstsein schärft. Es ist eine Einladung, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und die Geschichten anderer zu hören. Ein bisschen wie ein Gespräch über alte Zeiten, das nie wirklich aufhört.
Die DMAO-Initiative zeigt, dass wir alle Teil eines größeren Ganzen sind, und dass es wichtig ist, die Stimmen der Vergangenheit zu hören. Also – wenn Sie am 30. Mai Zeit haben, schauen Sie vorbei in Volksdorf. Es wird nicht nur informativ, sondern auch eine ganz besondere Erfahrung, die nachklingt und zum Nachdenken anregt.