In diesem Jahr stehen acht herausragende Titel im Rampenlicht, die für den Deutschen Sachbuchpreis 2023 nominiert wurden. Am 8. Juni wird in Hamburg die Auszeichnung vergeben, die mit insgesamt 42.500 Euro dotiert ist. Insgesamt hatten die Juroren die Qual der Wahl unter 239 eingereichten Titeln, die nach dem Kriterium ausgewählt wurden, gesellschaftlich relevante Impulse zu setzen. Jurysprecher Pascal Mathéus hebt die Bedeutung der Sprache in der gegenwärtigen Zeit hervor und betont, dass die nominierten Werke Orientierung bieten, indem sie sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit blicken.
Die Liste der Nominierten umfasst spannende und vielfältige Themen. Dazu zählen unter anderem:
- Heike Behrend: „Gespräche mit einem Toten. Gustaf Nagel, Prophet vom Arendsee“ (Matthes & Seitz Berlin), August 2025
- Florence Gaub: „Szenario. Die Zukunft steht auf dem Spiel“ (dtv), November 2025
- Tilmann Lahme: „Thomas Mann. Ein Leben“ (dtv), Mai 2025
- Konstantin Richter: „Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG“ (Suhrkamp), Oktober 2025
- Irina Scherbakowa: „Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen“ (Droemer), November 2025
- Bettina Schöne-Seifert: „Leben, Körper, Tod. Zwölf aktuelle Kontroversen der Medizinethik“ (Wallstein), Oktober 2025
- Roberto Simanowski: „Sprachmaschinen. Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz“ (C.H.Beck), Oktober 2025
- Ronen Steinke: „Meinungsfreiheit. Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen“ (Berlin Verlag), Februar 2026
Die Entwicklung des Preises
Der Deutsche Sachbuchpreis wurde erstmals im Sommer 2021 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen. Seither zeichnet die Jury, bestehend aus Experten aus verschiedenen Bereichen, jedes Jahr herausragende Sachbücher aus, die durch fundierte Recherche und eine verständliche Darstellung komplexer Zusammenhänge bestechen. Die Auswahl der Nominierungen erfolgt aus zahlreichen Neuerscheinungen, wobei auch die sprachliche Gestalt der Werke von besonderer Bedeutung ist.
Die Jury hat in diesem Jahr historische, politische und medizinische Zugriffe berücksichtigt, die nur einen Ausschnitt der Themen darstellen können. In einem Umfeld, in dem ethische Fragen und gesellschaftliche Herausforderungen zunehmend im Vordergrund stehen, ist es wichtig, dass die Literatur Orientierung bietet. Die Juroren hoffen auf einen breiten und vielfältigen Themenmix, der die Leser zum Nachdenken anregt.
Rückblick auf vergangene Gewinner
Um die Relevanz des Preises zu unterstreichen, lohnt sich ein Blick auf die früheren Gewinner. Im Jahr 2024 gewann Christina Morina mit „Tausend Aufbrüche – Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er Jahren“. 2023 wurde Ewald Frie für „Ein Hof und elf Geschwister“ ausgezeichnet. Solche Werke zeigen eindrucksvoll, wie Literatur als Katalysator für gesellschaftlichen Diskurs dienen kann und welche wichtige Rolle sie in der heutigen Zeit spielt.
Insgesamt spiegelt der Deutsche Sachbuchpreis nicht nur die Vielseitigkeit der deutschsprachigen Sachliteratur wider, sondern auch die Herausforderungen und Fragestellungen, die unsere Gesellschaft derzeit bewegen. Es bleibt spannend, welche der nominierten Titel am 8. Juni in Hamburg die Auszeichnung mit nach Hause nehmen wird.