In Hamburg wird der Ton rauer, denn bei den Großprojekten der Umweltbehörde zeigen sich massive Kostensteigerungen. Die Klärschlammanlage VERA II und die Müllverwertungsanlage der Stadtreinigung sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Laut NDR ist das nicht einfach ein Einzelfall, denn die CDU hat bereits eine schriftliche Anfrage an den Senat gestellt, um Licht ins Dunkel möglicher Mehrkosten bei weiteren Projekten zu bringen.

Die Antwort des Senats fiel eindeutig aus: Rund 30 weitere Projekte werden mit höheren Kosten belastet. Oftmals gibt es dabei unerfreuliche Überraschungen, wie das Gaskraftwerk der Hamburger Energiewerke im Energiepark Hafen, dessen Kosten sich von 450 Millionen Euro auf sage und schreibe 790 Millionen Euro erhöht haben – ein satten Anstieg von 74%!

Kosten im Fokus

Insbesondere die Projekte der Hamburger Energienetze sind ebenfalls betroffen. So stieg die Kostenschätzung für das Umspannwerk Bahrenfeld um 172%, während die Quartierserneuerung Tonndorf mit 152% auch nicht gerade zu den Schnäppchen gehört. Ein Blick auf die Zahlen zeigt die gesamte Dimension der Kostenexplosion: Die Mehrkosten für alle 30 Projekte summieren sich auf etwa 1,4 Milliarden Euro!

Doch nicht alle Vorhaben verlieren den finanziellen Rahmen. Einige Projekte wie die sanierte Alsterschwimmhalle kamen mit einer leichten Überschreitung der geplanten Kosten von 80,8 Millionen Euro auf 81,4 Millionen Euro recht glimpflich davon. Auch der Neubau des Hochspannungskabels Jenfeld-Wandsbek sowie die Sanierungen des Geest-Stammsiels und des Wasserwerks Langenhorn blieben im Budget.

Kritik und Forderungen

Die CDU-Umweltexpertin Sandro Kappe hat sich klar positioniert und die Aufsichtsräte für ihr mangelndes Risikomanagement kritisiert. Hier sei dringend Handlungsbedarf angesagt, denn nur professionelle, klar strukturierte Aufsichtsräte könnten die Fertigstellung von Projekten zu vertretbaren Kosten garantieren. Auch Umweltsenatorin Fegebank zeigte sich bei ihrem Besuch der Klärschlamm-Verbrennungsanlage besorgt über die steigenden Ausgaben.

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Besonders vor der kommenden Bürgerschaftswahl, wo die Bürgerinnen und Bürger Klarheit über die Gründe für die Kostensteigerungen erwarten, stehen Senat und Projektverantwortliche in der Pflicht. Die Fraktionen von CDU und Linke drängen auf Transparenz, um das Vertrauen der Hamburger in die verantwortlichen Stellen wiederherzustellen.