Ende einer Ära: Trabrennbahn Hamburg schließt nach 146 Jahren!
In Hamburg-Bahrenfeld neigt sich eine Ära dem Ende zu. Die Traditions-Trabrennbahn, die am 20. Juni 1880 eröffnet wurde, steht vor dem Aus. Geplant ist der letzte Renntag am 20. Dezember 2026, ein trauriges Ende für eine Institution, die über 146 Jahre lang Teil des Hamburger Sports war. Wie Bild berichtet, wird das Gelände zukünftig für ein ehrgeiziges Projekt namens „Science City“ genutzt, in dem etwa 4.500 Wohnungen entstehen sollen.
Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen, denn der Präsident des Hauptverbands für Traberzucht in Deutschland, Peter Weihermüller, bezeichnet das Schließen der Rennbahn als eine „Katastrophe für den Trabrennsport“. Derzeit sind in Hamburg nur noch sieben „A-Bahnen“ aktiv, und ein neuer Standort für Trabrennen steht bislang nicht fest. Wie NDR hinzufügt, wird befürchtet, dass viele Traberzüchter bis zu einem möglichen Umzug auf eine geplante Doppelrennbahn in Horn ihren Betrieb einstellen werden, da geeignete Ausweichflächen für hochklassige Trabrennen fehlen.
Ein Stück Geschichte geht verloren
Die Geschichte der Trabrennbahn ist ebenso bewegend wie ihre bevorstehende Schließung. Die Bahn wurde zuletzt zwischen 2009 und 2011 umfassend saniert und ist die einzige „schwedische Bahn außerhalb Schwedens“, mit überhöhten Bögen, die sie besonders macht. Die Tribüne aus den 1970ern wurde modernisiert und bietet seitdem einen guten Komfort für die Besucher. Viele Hamburger erinnern sich zudem an die großen Veranstaltungen, die hier stattfanden, inklusive internationaler Wettbewerbe, während die Bahn zwischenzeitlich auch für andere Events genutzt wurde, wie etwa das legendäre Konzert der Rolling Stones im Jahr 1998. Laut Hamburg Trab erlebte der Trabrennsport hier in den 1980ern noch einmal einen Höhepunkt.
Doch die Vorzeichen stehen auf Abschied. Ab 2027 sollen auf dem Gelände die Vorarbeiten für die „Science City“ beginnen, und die Erschließungsstraße könnte bereits 2028 realisiert sein. Das ist ein großes Projekt, das auch die Schaffung eines S-Bahntunnels mit einbezieht, bringt jedoch auch Bedenken wegen der zu erwartenden Lärmbelastungen für die Anwohner mit sich. Der Senat und Bürgermeister Peter Tschentscher haben die Idee einer Doppelrennbahn in Horn unterstützt; allerdings ist der dortige Untergrund bisher nur für Galopprennen geeignet, was die Übergangszeit bis zur Realisierung zur Herausforderung macht.
Die Zukunft ungewiss
Die letzten Monate der Trabrennbahn in Bahrenfeld werden mit Spannung und auch Trauer beobachtet. Und während der letzte Renntag schon in der Ferne blinkt, können sich die Besucher in diesem Jahr noch auf 18 Veranstaltungen freuen, bei denen zwischen 500 und 2.000 Zuschauer erwartet werden. Ob die Tradition des Trabrennsports in Hamburg damit wirklich endet, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Ein Teil der Hamburger Sportgeschichte wird für immer verloren gehen.
