Die Hamburger Jobmesse, die im Februar 2025 bereits zum 13. Mal im Cruise Center Altona stattfand, steht vor dem Aus. Der Veranstalter hat angekündigt, sich aus der Organisation zurückzuziehen, nachdem es im Januar zu Kontrollen kam, bei denen zahlreiche Aussteller mit der Durchführung von Sonntagsarbeit gegen bestehende Regelungen verstießen. Dies berichtet NDR.
Bei den Kontrollen, welche durch die Arbeitsschutzaufsicht durchgeführt wurden, stellte die Polizei fest, dass zahlreiche Firmen ihre Präsentationsstände besetzten, ohne über die erforderlichen Genehmigungen zur Sonntagsarbeit zu verfügen. Dies könnte den betroffenen Ausstellern Bußgelder von bis zu 30.000 Euro einbringen. Stefan Süß, der Veranstalter der Messe, war über das Vorgehen überrascht und wies auf ein Urteil aus der Corona-Zeit hin, das seiner Meinung nach die Situation erklärt. Er forderte in einem Schreiben an Bürgermeister Peter Tschentscher eine pragmatische Lösung für die Zukunft der Messe, wie es auch T-Online berichtet.
Komplexe Regelungen zur Sonntagsarbeit
In Deutschland regelt das Arbeitszeitgesetz die Vorschriften zur Sonntagsarbeit streng. Grundsätzlich ist die Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen nicht erlaubt, es gibt jedoch bestimmte Ausnahmen. So dürfen beispielsweise Berufe wie Polizei, Feuerwehr oder Notdienste an diesen Tagen arbeiten. Gemäß Haufe müssen Arbeitgeber jedoch nachweisen, dass sie ihre wöchentlichen Betriebszeiten „weitgehend genutzt“ haben, um eine Genehmigung für Sonntagsarbeit zu erhalten. Ein Grund für ein solches Arbeiten könnte etwa ein erheblicher Schaden sein, allerdings müssen außergewöhnliche Umstände vorliegen.
Die Situation rund um die Jobmesse in Hamburg wirft auch Fragen zur Zukunft der Messen im Allgemeinen auf. Die Wirtschaftsbehörde sieht die Sinnhaftigkeit solcher Veranstaltungen gegeben, doch es bleibt zu klären, wie diese angesichts der strengen Regelungen und der drohenden Bußgelder in der Zukunft weitergeführt werden können. Bislang fanden zahlreiche Jobmessen, auch an Werktagen, große Resonanz und stärkten die lokale Wirtschaft.
Die Hamburger Polizei steht zudem vor der Herausforderung, Nachwuchs zu gewinnen. Ein dauerndes Verbot der Sonntagsarbeit könnte die bereits bestehende Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärfen. Die Diskussion um die Jobmesse und die damit verbundenen Regelungen bleibt daher spannend und könnte weitreichende Konsequenzen für zukünftige Veranstaltungen in der Stadt haben.