In der heutigen Zeit ist es für viele von uns wichtig, die Geschichte im Blick zu behalten. Wer sich für die NSDAP und ihre Mitglieder interessiert, hat seit der Digitalisierung eines umfassenden Archivs die Möglichkeit, mehr über diese Zeit zu erfahren. Die Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern ist eine der Hauptquellen dafür. Über sie berichten unter anderem die Wikipedianer, dass die Mitglieder ab 1925 aufgelistet sind und die Karteien im Bundesarchiv verwahrt werden. Diese umfassen die Zentralkartei mit über 4 Millionen und die Gaukartei mit mehr als 8 Millionen Karten, die ab etwa 2020 vollständig digitalisiert wurden.
Eine spannende Entwicklung ist die Online-Zugänglichkeit dieser Informationen. Laut den Berichten von BR.de stehen mittlerweile über 16 Millionen digitale Objekte zur Verfügung. Wer auf der Suche nach Informationen ist, kann einfach den Online-Katalog der US-Nationalarchive nutzen. Die Suche erfolgt ganz unkompliziert nach Namen, Geburtsdatum oder Wohnort, auch ohne vorherige Anmeldung.
So funktioniert die Suche
Doch Achtung! Wer sich auf die Suche begibt, muss geduldig sein. Oft kommt es zu Serverüberlastungen. Viele Anfragen können die Server in die Knie zwingen, was zu Spekulationen über Zugriffseinschränkungen aus Deutschland führt. Nutzer sollten auch darauf achten, Anführungszeichen zu benutzen, um genauere Ergebnisse zu erhalten. Wahrscheinlich geht es vielen so: Die erste Suchanfrage ist nicht immer von Erfolg gekrönt.
- Die Zentralkartei enthält 4.427.351 Karten.
- Die Gaukartei bringt es auf 8.289.661 Karten.
- Über 20 Prozent der Kartei sind verloren gegangen.
Wichtig zu wissen ist, dass die Online-Suchfunktion keine Informationen über die Mitgliedschaft in der Wehrmacht, SA oder SS enthält. Die Erhaltung der Mitgliederkartei kann auf die Bemühungen von Hanns Huber zurückgeführt werden, der das Verbrennen der Karten 1945 verhinderte. Das Bundesarchiv bietet zudem die Möglichkeit, kostenfrei Auskunft über die Mitglieder anzufordern – jedoch unter der Voraussetzung, dass schriftliche oder digitale Anfragen gestellt werden.
Ein Blick in die Geschichte
Die Mitgliedsnummern sind gut strukturiert und anfangen mit der niedrigsten Nummer. Interessanterweise erhielten Personen, die zu den ersten Mitgliedern zählten und ununterbrochen dabei waren, ab 1933 das Goldene Parteiabzeichen, sofern ihre Nummer unter 100.000 lag. Die höchste in den Karteien gefundene Mitgliedsnummer hingegen wurde mit 10.174.581 festgestellt.
Es bleibt ein Rätsel, wie viel Aufschluss der Zeitpunkt des Parteieintritts über die Einstellung der Mitglieder verrät – ob es Unterstützung oder nur Opportunismus war, das birgt Fragen für die Geschichtsforschung. Der Zugang zu diesen Informationen fördert einerseits das Verständnis für diese dunkle Zeit, anderseits kommt er mit einer Vielzahl von Herausforderungen.
In Anbetracht dieser Entwicklungen bleibt die Frage, ob wir durch das Verständnis der Geschichte vielleicht besser für die Zukunft gerüstet sind. Der Zugang zu den digitalen Archiven führt auf jeden Fall zu mehr Wissen über eine Zeit, die nicht in Vergessenheit geraten darf.