Das Einkaufszentrum in Steilshoop, oft liebevoll „Ekel-EKZ“ genannt, wird bald zum Schauplatz einer umfassenden Transformation. Der Hamburger Senat und die Eigentümerin haben kürzlich eine notariell beglaubigte Sanierungsvereinbarung unterzeichnet, die den Weg für nachhaltige Veränderungen ebnet. Neues Leben wird in den großen Bau kommen: Geplant sind eine Vielzahl neuer Wohnungen, moderne Läden und ein praktisches Ärztehaus. Diese Umbaumaßnahmen sollen bis zur Eröffnung der lang ersehnten U-Bahn-Linie U5 abgeschlossen sein, die Steilshoop erstmals an das Schnellbahnnetz anschließen wird.
Ein erster Schritt in Richtung Neugestaltung
Im ersten Abschnitt dieser ehrgeizigen Sanierung wird das Ärztehaus südlich der Gründgensstraße saniert und in ein Wohngebäude mit bis zu 80 Wohnungen umgewandelt. Der Bauantrag dafür ist bereits gestellt. Nach Abschluss des Bauleitplanverfahrens „Steilshoop 13“ wird die zweite Phase der Umbauten beginnen; hierzu gehören der Teilrückbau sowie Um- und Neubau des Einkaufszentrums am Schreyerring. Die Fertigstellung des neuen Zentrums ist für 2033 angedacht.
Senator Dressel betont, dass die Anbindung an die U-Bahn und die verbesserten medizinischen Angebote für die Region von großer Bedeutung sind. Auch Bezirksamtsleiter Ritzenhoff spricht sich für die Schaffung von Wohnraum und besseren Einkaufsmöglichkeiten aus. Mike Hemmerich, Geschäftsführer der WHM Central Park am Bramfelder See GmbH, zeigt sich erfreut über die vertragliche Sicherung der Sanierung. Dressel kündigte zudem an, die Einhaltung des Vertrags zu kontrollieren.
Hintergründe zur Wohnungsknappheit
Die Notwendigkeit solcher Umbauten und Neubauten in Hamburg macht sich nicht ohne Grund bemerkbar. Deutschland sieht sich aktuell einer schweren Wohnungsnot gegenüber, besonders in den größeren Städten. Die Ampel-Koalition hat sich das Ziel gesetzt, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu bauen. Doch 2024 wurden lediglich rund 216.000 neue Einheiten geschaffen, was einen Rückgang von 14% im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Die Herausforderungen sind nicht unerheblich: Gestiegene Energiepreise, Inflation und Lieferengpässe machen den Bau neuer Wohnungen komplizierter und kostenintensiver. Der Umsatz im Wohnungsbau ist 2024 auf etwa 51 Milliarden Euro gesunken, was das geringste Volumen seit 30 Jahren darstellt. Die Neubaupreise für Wohngebäude sind zuletzt um knapp 3% gestiegen, verglichen mit einem Hoch von 16% im Jahr 2022.
Die neue Bundesregierung hat angekündigt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und den Bau neuer Miet- und Sozialwohnungen zu fördern. Hierbei soll ein „Bau-Turbo“ helfen, um Genehmigungsdauern zu verkürzen und der Wohnungsknappheit entgegenzuwirken.
Die Entwicklungen in Steilshoop sind also nicht nur ein lokales Projekt, sondern Teil eines größeren Ansinnens, das auch auf die aktuellen Herausforderungen im deutschen Wohnungsbau reagiert. Da bleibt abzuwarten, wie gut die Pläne umgesetzt werden und ob die neue U-Bahn-Linie den dringend benötigten Schwung für die Region bringen kann.