Leseförderung in Hamburg: „100-Prozent-Schulen“ für starke Kinder!
In Hamburg gibt es eine neue Initiative, die frischen Wind in die Grundschulbildung bringt. Rund ein Viertel aller Kinder in Deutschland kann am Ende der Grundschulzeit nicht sicher lesen, und das soll sich ändern. Die Initiative „100-Prozent-Schulen“, die Anfang 2025 in Hamburg startet, hat sich zum Ziel gesetzt, dass alle Schülerinnen und Schüler am Ende der vierten Klasse die grundlegenden Kompetenzen in Lesen, Schreiben und Rechnen erwerben. Dies geht aus einem Bericht der hamburg.de hervor.
Die zentrale Botschaft: Kein Kind soll im Bildungsprozess zurückgelassen werden. Jedes fünfte Kind in Deutschland hat am Ende der vierten Klasse nicht genügend Lesen, Schreiben oder Rechnen gelernt, so die Analyse der Bosch-Stiftung. Um diesen Negativtrend zu stoppen, setzt das Projekt auf enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Grundschulen und deren Schulaufsichten. Mindestens fünf Schulen einer Region bilden Cluster, um gemeinsam an der Verbesserung der Lernergebnisse zu arbeiten.
Fokus auf Leseförderung
Ein Schulbesuchstag des „100-Prozent-Schulen“-Clusters fand kürzlich in der Schule Wielandstraße in Eilbek statt. Rund 20 Schulleitungen, Schulaufsichten und Sprachlernberatungen nahmen teil, darunter auch Gäste aus Bremen. Hier wurden verschiedene Methoden der Leseförderung vorgestellt, wie Würfellesen und Lesespaziergänge, die im Unterrichtsalltag fest verankert werden sollen. Die Leseförderung ist dabei eine durchgängige Aufgabe des gesamten Kollegiums, erklärte Schulleiter Egbert von Frankenberg.
Die Forscher sind sich einig: Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für schulischen und beruflichen Erfolg. Die empirische Bildungsforschung zeigt, dass die Lesekompetenz von Grundschulkindern abnimmt. Jedes vierte Kind in der vierten Klasse hat deutliche Probleme beim Lesen. Die Initiative „100-Prozent-Schulen“ zielt darauf ab, diesen Trend umzukehren und die grundlegenden Lesefähigkeiten aller Kinder zu fördern.
Nachhaltige Zusammenarbeit und Unterstützung
Um die Ziele zu erreichen, wird die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Schulaufsichten und Unterstützungssystemen als zentral angesehen. Paul Richter, Schulaufsichtsbeamter, hebt hervor, wie wichtig Offenheit und die Bereitschaft zum Lernen für alle Beteiligten sind. Während des Schulbesuchstags wurde auch deutlich, dass der Austausch von Best-Practice-Beispielen und gemeinsamen Strategien zur Unterrichtsentwicklung gefördert wird.
Zusätzlich berücksichtigt das Projekt „100-Prozent-Schulen“ auch die sozialen und emotionalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Die Idee ist, jedes Kind ganzheitlich zu fördern und optimale Lernbedingungen zu schaffen. Dabei wird auch auf die Motivation und das Wohlbefinden der Lernenden geachtet. Um die Umsetzung erfolgreicher Lesetrainings zu gewährleisten, sind unterstützende Strukturen aus der Schuladministration entscheidend.
Zusammengefasst zielt die Initiative darauf ab, die Bildungslandschaft in Hamburg nachhaltig zu verbessern. Mit einem klaren Fokus auf Leseförderung und einer umfassenden Betrachtung der Bedürfnisse der Kinder wird hier ein wichtiger Schritt getan, um sicherzustellen, dass kein Kind zurückbleibt. Hamburg geht mit gutem Beispiel voran, und andere Bundesländer zeigen bereits Interesse an dieser vielversprechenden Initiative.
