In den Straßen von Hamburg sorgt eine Dokumentation für Aufregung, die sich mit einem ernsthaften und drängenden Problem auseinandersetzt: Jugendkriminalität. Bei jeder vierten Gewalttat sind Kinder und Jugendliche tatverdächtig, wie Tag24 berichtet. Journalist Paul Ronzheimer hat in seiner aktuellen Doku auch die Schattenseiten des Jugendlebens festgehalten und zeigt auf, wie tief einige junge Leute in die Welt der Gewalt und der illegalen Aktivitäten verwickelt sind.

In einem Hamburger Stadtteil, Jenfeld, begleitete Ronzheimer zwei Streetworker, die versuchen, diesen Jugendlichen eine Perspektive zu bieten. Dort zeigt sich ein erschreckendes Bild: In einer Gruppe von Jugendlichen, die randalieren und Böller zünden, schwenkt einer sogar ein alevitisches Schwert, das er angeblich aus dem Iran bestellt hat. Der 16-Jährige, der mit einer Machete auf andere losging, ist ein Beispiel für die verfügbare Gewaltbereitschaft. Einige seiner Opfer liegen inzwischen schwer verletzt im Krankenhaus. Empfundene Konsequenzen scheinen ihn und seine Freunde wenig zu beeindrucken, da ein Gruppenmitglied jede Reue leugnet und betont, dass es „Spaß gemacht hat“ und er es „wieder tun würde“.

Hintergründe und Problemlagen

Doch was steckt hinter solch einem Verhalten? Laut dem Bundeszentrale für politische Bildung sind es oft wiederkehrende Probleme, die Jugendliche zu Intensivtätern werden lassen. Etwa 5-10% der tatverdächtigen jungen Menschen begehen mehrere schwere Straftaten. Diese so genannten „Intensivtätern“ sind häufig von sozialen Benachteiligungen, Gewalterfahrungen und einem verbotenen Freundeskreis betroffen. Bei der Bewältigung dieses Problems spielen die Verknüpfungen zwischen Schulen, Jugendhilfe und Polizei eine immer wichtigere Rolle.

Zudem hat sich die Gewalt- und Kriminalprävention in den letzten 20 Jahren stark weiterentwickelt. Das Bundesjugendministerium ergreift beispielsweise Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen, und die Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention bietet im Internet umfassende Informationen zu diesem Thema an. Dennoch bleibt festzuhalten: Ein großer Teil der Jugendlichen tritt nur einmal polizeilich in Erscheinung, während der Großteil ihrer Altersgenossen ohne Straftaten aufwächst, wie die Bundesjugendministerium unterstreicht.

Die Rolle von Streetworkern

Sozialpädagoge Mashood Khan ist eine zentrale Figur in diesem Zusammenhang. Trotz seiner eigenen kriminellen Vergangenheit setzt er sich mit vollem Einsatz für die Jugendlichen ein und möchte ihnen helfen, aus der Spirale der Gewalt auszusteigen. Khan hat selbst Körperverletzungsdelikte begangen und kennt die Herausforderungen wie kaum ein anderer. Seine Geschichte gibt Hoffnung und zeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn kompetente Hilfe in Form von Streetworkern zur Verfügung steht.

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Die Doku von Ronzheimer ist nicht nur ein Eye-Opener, sondern auch ein Aufruf zum Handeln. Sie ist auf Joyn verfügbar und könnte für viele Eltern, Pädagogen und Verantwortliche ein wichtiges Mittel zur Sensibilisierung für die Gefahren der Jugendkriminalität darstellen.