Heute ist der 21. Juni 2026, ein typischer Tag in Wandsbek, wo sich die Menschen im Alltag bewegen und ihre Geschichten erzählen. Inmitten dieser Geschichten gibt es ein bemerkenswertes Projekt, das sich um junge Erwachsene kümmert, die in schwierigen Lebenslagen stecken. Vor zwei Jahren wurde in Hamburg ein Modellprojekt ins Leben gerufen, das 20 Notschlafstellen für junge Obdachlose im Alter von 18 bis 27 Jahren bereitstellt. Man könnte sagen, es ist eine Art Lebensretter in der Not, denn das Angebot hat bereits vielen jungen Menschen geholfen und ihnen eine vorübergehende Unterkunft geboten.

Über die letzten Jahre konnten etwa ein Fünftel der teilnehmenden jungen Erwachsenen in eine eigene Wohnung vermittelt werden, was für viele den ersten Schritt in ein neues Leben bedeutet. Insgesamt fanden 130 junge Erwachsene vorübergehend eine Unterkunft in den Notschlafstellen, die sich in den Bezirken Eimsbüttel, Altona, Wandsbek und Nord befinden. Jede dieser Einrichtungen hat fünf Plätze und wird von vier verschiedenen Trägern der Jugendhilfe betrieben.

Ein neues Kapitel für wohnungslose junge Menschen

Das Bremer Forschungsinstitut „Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e.V.“ begleitet das Projekt wissenschaftlich. Und das hat seinen Grund: Ziel der Forschung ist es, herauszufinden, wie die Notschlafstellen die Situation junger wohnungsloser Menschen nachhaltig verbessern können. Während ihres Aufenthalts dürfen die jungen Wohnungslosen sechs bis acht Wochen in den Notschlafstellen verbringen. Neben der Unterkunft gibt es auch Beratung, Unterstützung und die Möglichkeit, in andere Hilfen vermittelt zu werden. Es ist mehr als nur ein Schlafplatz – es ist eine Brücke zu weiteren Hilfen, die die Teilhabechancen stärken und die Lebenssituationen verbessern.

Ein weiteres Kapitel wird Mitte 2024 aufgeschlagen, wenn ein zusätzliches Modellprojekt in Hamburg startet. Das neue Angebot, initiiert von der Diakonie Hamburg in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren wie dem Arbeitskreis Wohnraum für junge Menschen und der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg, bietet altersgerechte Schlafmöglichkeiten für wohnungslose Volljährige. Die neuen Notschlafplätze werden, wie bereits die bestehenden, dezentral in den Bezirken Wandsbek, Altona, Eimsbüttel und Nord sein und insgesamt 20 Plätze bereitstellen.

Die Vision hinter den Notschlafstellen

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und Teil der Koalitionsvereinbarung von SPD und Grünen aus 2020. Es ist eine Antwort auf die Herausforderungen, vor denen viele junge Menschen stehen, die in Not sind. Die bestehenden Einrichtungen haben oft nicht die passende Infrastruktur für diese Altersgruppe, und das ist auch der Grund, warum neue Plätze geschaffen werden. Ziel ist es, Krisenintervention zu bieten, die physische und psychische Gesundheit zu stabilisieren und individuelle Unterstützungsbedarfe zu ermitteln.

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Besonders spannend wird die Eröffnung der Notübernachtungsstelle Wandsbek (NÜST Wandsbek), die am 11. April 2025 im „Trollhaus“ stattfinden wird – nach umfangreichen Renovierungsarbeiten. Diese Einrichtung wird von Streetlife e.V. betrieben und bietet, wie viele andere Notschlafstellen, 5 Plätze. Ein Beirat mit Vertretungen aus der Sozialbehörde, dem Trägerverbund, der Wohnungswirtschaft und dem Jungerwachsenenprogramm wird das Projekt begleiten. Hier wird nicht nur über das Überleben gesprochen, sondern auch über Hoffnung und neue Perspektiven. Die offizielle Eröffnungsfeier verspricht spannend zu werden, mit Beteiligten aus der Sozialbehörde, Schulen, Jugendberufsagentur und vielen weiteren Akteuren.

Das Geschehen in Wandsbek ist Teil eines größeren Bildes, in dem sich die Gesellschaft um ihre verletzlichsten Mitglieder kümmert. Es zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten Solidarität und Unterstützung möglich sind. Ein Schritt in die richtige Richtung, der vielleicht auch in anderen Städten Nachahmung findet.