Eine alarmierende Raubserie hat seit Mitte Mai den Hamburger Osten in Atem gehalten. Eine Gruppe von Jugendlichen hat es geschafft, mehrere Opfer durch perfide Fake-Profile in die Falle zu locken. Sie gaben sich als junge Frau namens „Yasmin“ aus und kommunizierten über soziale Medien. Die Masche war einfach, aber effektiv: Treffen wurden in Curslack, Wandsbek und Farmsen-Berne vereinbart, und dabei kam es zu mindestens fünf Überfällen, bei denen Gewalt eingesetzt wurde. Über 2000 Euro wurden auf diese Weise erbeutet. Die Jugendlichen flüchteten anschließend mit dem Bargeld, und die Polizei blieb nicht untätig.

Das Raubdezernat Bergedorf, in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, hat intensiv ermittelt. Neun Verdächtige im Alter von 15 bis 17 Jahren konnten mittlerweile identifiziert werden. Zwischen dem 14. und 22. Mai kam es zu insgesamt 2350 Euro Diebesgut, was die Dringlichkeit der Situation verdeutlicht. Am vergangenen Freitag wurden fünf Wohnungen der Verdächtigen durchsucht, und es konnten mehrere Beweismittel sichergestellt werden. Acht Jugendliche wurden vorläufig festgenommen, darunter zwei 17-Jährige, die in Untersuchungshaft genommen wurden. Die anderen wurden wieder entlassen – ein wilder Mix aus jugendlichem Leichtsinn und krimineller Energie.

Ermittlungen und Prävention

Die Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Die Polizei sucht weiterhin nach weiteren Geschädigten sowie Zeuginnen und Zeugen. Es bleibt abzuwarten, ob es noch mehr Opfer gibt, die sich trauen, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Denn wie wir wissen, sind solche Taten oft von einem gewissen Stigma umgeben, was es für Betroffene schwierig macht, sich zu melden. Schließlich ist Cyberkriminalität ein Thema, das in der Gesellschaft häufig tabuisiert wird. Das zeigt auch die Publikation des Deutschen Jugendinstituts (DJI), die sich mit den aktuellen Zahlen zur Jugenddelinquenz im Kontext der Digitalisierung beschäftigt.

Die Nutzung von Internet und sozialen Medien ist für junge Menschen heute unverzichtbar. Doch je häufiger sie online sind, desto höher ist das Risiko, Opfer oder sogar Täter von Cyberkriminalität zu werden. Dr. Steffen Zdun vom DJI hebt hervor, dass die Datenlage im Bereich Cyberkriminalität begrenzt ist. Das hat viel damit zu tun, dass die Gesellschaft oft wegschaut. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2020 gab es etwa 125.000 tatverdächtige Personen im Bereich Cyberkriminalität – darunter fast 12.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Die Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass es an der Zeit ist, Präventionsangebote zu überprüfen und zu erweitern.

Die Dunkelfeldstudien belegen ein großes Ausmaß an Cybermobbing, das viele Jugendliche betrifft. Fast zwei Millionen junge Menschen in Deutschland haben bereits Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht. Das ist eine erschreckende Realität, die unterstreicht, wie wichtig es ist, das Thema nicht nur in der Schule, sondern auch in der Gesellschaft insgesamt zu thematisieren. Jugendliche sind oft mit den Folgen von Cyberkriminalität konfrontiert, sei es als Opfer oder als Täter. Daher sollte der Fokus auf Aufklärung und Prävention liegen – und zwar nicht nur auf der Ebene der Schulen, sondern auch in den Familien und der Gesellschaft.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren