Im Jahr 2026 wird der Botanische Sondergarten Wandsbek ein bedeutendes Jubiläum feiern: 100 Jahre alt wird diese grüne Oase, die sich geschickt zwischen den Straßen und Wohnhäusern der Stadt versteckt. Seit seiner Gründung hat der Garten eine bewegte Geschichte hinter sich, die mit einer tragischen Explosion im Jahr 1911 begann, als im nahegelegenen Hartsteinwerk ein Dampfkessel detonierte. Dabei kamen vier Menschen ums Leben und viele wurden verletzt. Das daraufhin brachliegende Gelände wurde später von einem Lehrerverein in einen Schulgarten umgewandelt, um der arbeitenden Bevölkerung Erholung und den Kindern Umweltbildung zu bieten.
Über die Jahre entwickelte sich der Garten weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand eine umfassende Wiederherstellung statt, und der Schulgarten avancierte zum Botanischen Sondergarten. Pech hatte der natürliche Rohstoff nicht – stattdessen blüht er heute in voller Pracht. Der Garten ist jetzt ein Zuhause für eine Vielzahl von Pflanzenraritäten, Heil- und Nutzpflanzen sowie Alpen- und Wassergewächsen. Auch die Tierwelt kommt nicht zu kurz: Kröten, Schlangen und Bienenstände sind dort ebenfalls anzutreffen. Die gute Seele des Geländes, Sigrid Curth vom Freundeskreis Eichtalpark e.V., beschreibt diesen Ort als Platz zum Auftanken und zum Freude haben.
Ein Zugriff für alle
Wer den Botanischen Sondergarten besuchen möchte, der hat verschiedene Möglichkeiten der Anreise. Mit der U-Bahn Linie U1 bis zur Haltestelle Wandsbek Markt kommt man bequem an. Wer lieber mit dem Bus fährt, hat verschiedene Haltestellen zur Auswahl. Zum Beispiel dauert der Fußweg von der Haltestelle Ölmühlenweg Süd nur etwa drei Minuten. Kommt man mit dem Fahrrad, hat man die Möglichkeit, entlang der Wandse von der Alster zum Garten zu radeln – hier ist aber das Radfahren innerhalb des Gartens selbst nicht gestattet. Autofahrer sollten die Adresse “Walddörferstraße 273” ins Navigationsgerät eingeben, sollten jedoch im Hinterkopf behalten, dass es in den umliegenden Straßen nur einige Parkplätze gibt.
Ein Fest für die Sinne
Im Frühling öffnet der Botanische Sondergarten seine Pforten für die Hobbygärtner der Stadt: Kostenlose Blumenzwiebeln werden angeboten, um den eigenen Garten zum Blühen zu bringen. So bleiben die Besucher in der Natur nicht nur passiv, sondern erleben die Freude am Gärtnern hautnah. Der Garten hat also viel mehr zu bieten als nur Pflanzen – er ist ein Ort des Lernens, des Verweilens und der Freude an der Umwelt. Hier wird deutlich, wie wichtig solch ein grünendes Kleinod für die Stadt ist, insbesondere in Zeiten, in denen Natur und Umweltschutz hoch im Kurs stehen.