Zoff um Tempo 30: Polizei widerspricht Schul-Appell in Hamburg!
Vor Schulen in Hamburg wird derzeit heftig gestritten – und zwar um die Tempobegrenzung, die für viele Schüler ein sicheres Umfeld schaffen soll. An der Alsterdorfer Straße fordern Schulen, Eltern und Politik seit längerem eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30. Doch die Polizei ist anderer Meinung und lehnt den Antrag ab. Der Grund: In einer Zeitspanne von 7.30 bis 8.30 Uhr wurden weniger als 80 Fußgänger, sprich Schulkinder, gezählt, und viele Kids kommen mit dem Auto zur Schule.
Ein Blick auf die Alsterdorfer Straße zeigt, dass dieser Abschnitt etwa drei Kilometer lang ist und zwischen den Geschwindigkeitsbegrenzungen Tempo 30 und 50 wechselt. Genau hier argumentieren die Grünen, dass die unruhigen Geschwindigkeitsänderungen das Fahrverhalten der Autofahrer negativ beeinflussen könnten. Sie fordern eine einheitliche Regelung über 340 Meter zwischen Sengelmannstraße und Bodelschwinghstraße. Ihr Antrag fand im Regionalausschuss im April einstimmige Zustimmung.
Absurd oder berechtigt?
Die Polizei verweist darauf, dass eine Einzelfallprüfung zur Festlegung von Tempo 30 notwendig sei und betont, dass nicht überall, wo Schulen sind, diese Regelung automatisch gelten kann. Kritiker wie Pedi Dehghani, ein Mitglied des Elternrats, werfen der Polizei vor, die Begründung für die Ablehnung sei absurd. Ihre Argumentation: Die niedrigen Zahlen deuten nicht auf eine geringe Schülerzahl hin, sondern spiegeln vielmehr eine unsichere Verkehrssituation wider. Tatsächlich ist Radfahren auf der Straße bei Tempo 50 gesetzlich der Normalfall, was die Debatte weiter anheizt.
Ein weiterer Punkt, der in diesem Zusammenhang nicht unberücksichtigt bleiben sollte, ist die jüngste Erweiterung von Inhalten zu Mobilitätserziehung, wie auf der Website sichere-schule.de beschrieben. Hier werden zusätzliche Informationen zur Verkehrsteilnahme zu Fuß sowie zur Schülerbeförderung mit Bussen integriert. Das Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen eine sichere und selbstständige Mobilität im Schulkontext zu ermöglichen. Die neuen Inhalte sollen auch sicherstellen, dass die Verkehrserziehung umfassend und zeitgemäß bleibt.
Was sind die nächsten Schritte?
Während die Grünen eine klare Ansage fordern, bleibt abzuwarten, wie die Polizei auf die wiederholten Forderungen reagiert. Die Diskussion über die Verkehrssicherheit vor Schulen wird weiterhin ein heißes Thema in Hamburg bleiben. Die Frage ist nicht nur, wie man den Schulweg sicherer gestalten kann, sondern auch, wie alle Beteiligten ihre Verantwortung wahrnehmen und auf die Wünsche von Eltern und Schülern eingehen können.
Der Zoff um Tempo 30 bei Schulen zeigt, dass hier auf jeden Fall eine Einigung gefunden werden muss, die sowohl Sicherheit für die Kinder gewährleistet als auch den Verkehrsfluss nicht unnötig behindert. mopo.de hat ausführlich über diesen Konflikt berichtet und wir werden die Situation weiter im Auge behalten.
