Am Samstag wurde in Hamburg vor dem iranischen Konsulat in Winterhude eine markante Bronze-Skulptur enthüllt, die eindringlich Kritik am Mullah-Regime im Iran übt. Die Installation entsteht im Kontext einer breiten Unterstützung aus fast allen Fraktionen der Bezirksversammlung, mit Ausnahme der AfD. Diese neue Skulptur ersetzt ein früheres Kunstwerk, das vor drei Jahren an derselben Stelle aufgestellt, aber nach nur sechs Monaten wieder entfernt worden war. Die Einweihung fand in festlicher Atmosphäre mit Live-Musik, verschiedenen Speisen und einer Vielzahl an Gästen statt. Die beiden Künstlerinnen, die die Skulptur geschaffen haben, möchten anonym bleiben, was für die Schaffenden der iranischen Community eine ganz eigene Dimension der Sicherheit und Ausdrucksform darstellt.

Die Skulptur mit dem Namen „Jinas Beet“ zeigt eine Faust, eine Hand mit einem Victory-Zeichen und einen Stinkefinger. Dieses Kunstwerk ist mehr als nur ein Banner des Protests: Es soll Solidarität und Hoffnung für die zivilgesellschaftlichen Bewegungen im Iran symbolisieren, insbesondere die Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“. Isabel Permien, eine Politikerin der Grünen, erläuterte, dass die Skulptur ein Zeichen des Widerstands und der Unterstützung für die iranische Bevölkerung darstellt.

Ein Zeichen des Gedenkens

Ein essentieller Hintergrund der Skulptur ist das Gedenken an Jina Mahsa Amini, die im Jahr 2022 unter tragischen Umständen ums Leben kam. Die 22-Jährige wurde wegen eines angeblich „falsch“ getragenen Kopftuchs von der iranischen Sittenpolizei festgenommen und verstarb später an den Folgen ihrer Verletzungen. Ihr Tod führte zu den schwersten Protesten gegen das iranische Regime seit der Revolution von 1979. Die Organisation TERRE DES FEMMES hat sich entscheidend an der Errichtung des Mahnmals beteiligt, das Trauer, Verzweiflung und den unerbittlichen Widerstand symbolisiert.

Besonders eindrücklich ist, dass das Mahnmal aus sieben Betonhänden besteht, die nach oben ragen, und Blumen, die zwischen ihnen gepflanzt sind. Eine dieser Hände repräsentiert den abgemagerten Arm einer Inhaftierten, was die dramatischen Lebensumstände vieler Demonstrierender verdeutlicht. Schätzungsweise wurden über 20.000 Personen während der Proteste inhaftiert, viele von ihnen sehen sich schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Das Mahnmal wird von den Künstlerinnen, die es erschaffen haben, als ein kraftvoller Ausdruck des Protests angesehen.

Ein Bekenntnis zur Solidarität

„Jinas Beet“ hat auch den Zweck, in Deutschland die Sichtbarkeit für die Anliegen iranischer Frauen und der Demonstrierenden zu erhöhen. Da die feministische Revolution im Iran im vollen Gange ist, arbeitet die Organisation TERRE DES FEMMES eng mit der iranischen Community hier vor Ort zusammen und organisiert regelmäßige Kundgebungen, Demos und politische Veranstaltungen. So wird nicht nur die Stimme der iranischen Frauen gehört, sondern auch ein starkes Zeichen der Hoffnung und Solidarität gesetzt, denn wie es im Motto der Bewegung steht: „Frau, Leben, Freiheit“.

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Die Polizei war vor Ort bei der Einweihung der Skulptur, doch glücklicherweise gab es keine besonderen Vorfälle. Dies zeugt nicht nur von der friedlichen Natur der Veranstaltung, sondern auch von der Solidarität, die die Menschen, die sich hier versammelt hatten, miteinander verbunden hat. In einem Moment, der sowohl Ehrfurcht als auch Hoffnung in sich vereinte, wurde das Mahnmal „Jinas Beet“ nun dauerhaft an seinem Platz verankert und wird fortan Zeugnis von einem wichtigen Kapitel der Menschenrechtsgeschichte im Iran.

Die Hamburger:innen sind eingeladen, dieses Kunstwerk zu besuchen und sich mit der bedeutenden Botschaft des Mahnmals auseinanderzusetzen, die für viele nach wie vor von höchster Aktualität ist.

Für weitere Informationen über die Entstehung der Skulptur und deren Hintergründe, besuchen Sie die Berichte der MOPO sowie von TERRE DES FEMMES.