Tschentscher wirbt für Olympia: Hamburgs historische Chance!
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat am 6. Mai 2026 in der Bürgerschaft für Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg geworben. Er bezeichnete diese als "historische Chance" für die Stadt und rief die Bürger dazu auf, beim Referendum am 31. Mai für die Teilnahme am Bewerbungsverfahren zu stimmen. Gemäß ndr.de und der Meinung von Tschentscher geht es bei diesem Projekt nicht nur um die Spiele selbst, sondern um das Selbstbild der Stadt sowie um das Vertrauen in die eigene Zukunft.
Ein zentrales Element seiner Argumentation war das Konzept, das die Spiele an die Stadt anpassen soll. Der Fokus liegt dabei auf Aspekten wie Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Schul- und Breitensport sowie Inklusion und Barrierefreiheit. Auch CDU und Grüne unterstützen die Bewerbung, wie der CDU-Oppositionsführer Dennis Thering und die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Sina Imhof, hervorhoben. Positiv verweisen sie auf Beispiele aus Paris, wo ebenfalls große Sportereignisse erfolgreich umgesetzt wurden.
Die Opposition reagierte jedoch kritisch. Die AfD und die Linke hinterfragten die Kosten und die Wirtschaftlichkeit der Spiele. Heike Sudmann (Linke) äußerte Bedenken aufgrund der Erfahrungen mit anderen Großprojekten, während Dirk Nockemann (AfD) das Fehlen einer Sicherheitskalkulation bemängelte. Trotz dieser Sorgen steht die Hamburger Wirtschaft hinter der Idee; alle 27 Kammern und Verbände haben sich im Vorfeld für die Bewerbung ausgesprochen.
Am 31. Mai stimmten die Hamburger Bürger über die Teilnahme am Bewerbungsverfahren für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 ab. Das Ergebnis fiel jedoch unerwartet aus: Wie zeit.de berichtet, sprachen sich 51,6 Prozent der Wähler gegen die Bewerbung aus, während die Wahlbeteiligung bei 49,5 Prozent lag. Die Entscheidung fiel erneut gegen eine Olympiabewerbung, ganz ähnlich wie bereits 2015, als ebenfalls 51,6 Prozent der Stimmen gegen die Nutzung Hamburgs für die Spiele 2024 waren.
Nach der Abstimmung zog Tschentscher die Bewerbung zurück und akzeptierte das Votum der Bürger. Mit dieser Entscheidung sind nun auch andere deutsche Städte wie Berlin und München weiterhin im Rennen um die Olympische Bewerbung. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird im September entscheiden, welcher Kandidat für die deutschen Olympiabewerbungen ins internationale Verfahren geschickt wird. Die Wettbewerbssituation ist angespannt, denn wie deutschlandfunk.de berichtet, haben die letzten Olympischen Spiele in Deutschland 1972 in München stattgefunden, und die letzten sieben Bewerbungen waren allesamt erfolglos.
Insgesamt sind München, Berlin, Hamburg und die Region Rhein-Ruhr Anwärter. Während in München und der Rhein-Ruhr-Region etwa 66 Prozent für eine Bewerbung sind, möchte Berlin auf ein Referendum verzichten und hat die Bewerbung im Abgeordnetenhaus beschlossen. Trotz der hohen Anforderungen und der Bedenken der Bevölkerung bezüglich der Kosten, des Gigantismus und der Intransparenz, bleibt der Wunsch nach einer Olympiabewerbung in der deutschen Gesellschaft spürbar.
Die nächste Entscheidung über die deutsche Bewerbung wird Anfang 2027 vom Internationalen Olympischen Komitee getroffen, was die Wettkampfbedingungen für alle Kandidaten weiter spannend macht.
