In Hamburg und Schleswig-Holstein hat sich im vergangenen Jahr etwas getan: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in behördliche Obhut genommen werden, ist gesunken. In der Hansestadt Hamburg gab es einen Rückgang um 9 % auf insgesamt 2.014 Minderjährige. Auch in Schleswig-Holstein sieht es ähnlich aus – da ist die Zahl um 8 % auf 2.482 gesunken. Die Hauptursache für diesen Rückgang? Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Fast 30 % weniger unbegleitete Minderjährige kamen in Hamburg an, während in Schleswig-Holstein die Zahl sogar um fast 40 % zurückging.

Die Situation ist nicht ganz neu. Ab September 2024 werden an allen deutschen Landesgrenzen Einreisekontrollen eingeführt, und im Mai 2025 sollen diese Kontrollen noch intensiver werden. In Hamburg war die unbegleitete Einreise von Minderjährigen aus dem Ausland mit fast 40 % der häufigste Grund für Inobhutnahmen. Aber auch andere Gründe spielten eine Rolle: Anzeichen für Misshandlungen führten in 24 % der Fälle zur Inobhutnahme, während die Überforderung von Eltern oder einem Elternteil in 20 % der Fälle zu den Sorgen zählte. Spannend ist, dass mehr als die Hälfte der in Hamburg in Obhut genommenen Jugendlichen mindestens 16 Jahre alt waren, und 27 % sogar unter 14 Jahren. Der Großteil dieser Minderjährigen – fast 80 % – stammt aus Familien mit Migrationshintergrund.

Herausforderungen für unbegleitete Minderjährige

In Schleswig-Holstein sieht das Bild ähnlich aus. Hier war die Überforderung der Eltern mit 41 % der häufigste Anlass für Inobhutnahmen. Misshandlungen wurden in 23 % der Fälle angeführt, und es gab weitere Gründe wie Vernachlässigung oder Beziehungsprobleme in Heimen. Unbegleitete Minderjährige aus dem Ausland machten hier 18 % der Fälle aus. Besonders auffällig: In 38 % der Fälle waren die Kinder unter 14 Jahren.

In Deutschland leben derzeit mehrere zehntausend unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Diese Gruppe ist besonders schutzbedürftig und benötigt dringend spezielle Hilfe. Weltweit sind ungefähr 49 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren auf der Flucht, was etwa 40 % der gesamten Flüchtlingszahlen ausmacht. Im Jahr 2024 wurden für 13.344 unbegleitete Minderjährige in Deutschland Asylerstanträge gestellt. Diese Anträge werden geprüft, um zu entscheiden, ob ein Schutzstatus gewährt wird.

Unterstützung und Herausforderungen

Die Kinder und Jugendlichen werden nach ihrer Einreise vorläufig in Obhut genommen und in Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht. Der Zugang zur Hilfe erfolgt über das SGB VIII, das auch Gesundheitsversorgung umfasst. Allerdings ist der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte seit Juli 2025 für zwei Jahre ausgesetzt. Das bedeutet für viele unbegleitete Minderjährige, dass sie lange Zeit ohne ihre Eltern auskommen müssen. Dies kann eine immense emotionale Belastung sein.

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Ein Bericht des Bundeskabinetts über die Lebenslagen von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen, der am 30. Juli 2025 beschlossen wurde, beleuchtet die Situation weiter. Er basiert auf amtlichen und nicht amtlichen Statistiken und umfasst Daten vom September 2022 bis August 2023 sowie neuere Entwicklungen. Themen wie die Fallzahlen, die Lebenslagen und das Wohlbefinden dieser Kinder und Jugendlichen stehen im Fokus.

Es ist eine komplexe Herausforderung, die viele Aspekte umfasst. Unbegleitete minderjährige Geflüchtete sind eine der am stärksten schutzbedürftigen Gruppen in Deutschland. Ihre Rechte sind oft durch Überlastung und politische Restriktionen gefährdet. Hier ist dringender Handlungsbedarf gefordert, um diesen Kindern und Jugendlichen die Unterstützung zu bieten, die sie so dringend benötigen.