Vor der Ostseeküste bei Poel sorgt ein Buckelwal für Schlagzeilen, der seit Anfang März im Wasser umherirrt und bereits mehrfach gestrandet ist. Das Tier hat offenbar gesundheitliche Probleme, und die Rettungsmaßnahmen sind in voller Gange. Heute, am 28. April 2026, sollte die Bergung des Wals offiziell beginnen. Der Lastkahn, der für diese Aktion benötigt wird, ist bereits am Montagnachmittag im Hafen von Wismar angekommen, und die Spannung steigt. Die ersten Berichte von der Einsatzstelle lassen auf ein besorgniserregendes, jedoch nun leicht hoffnungsvolles Bild schließen.
Die Tierärztin Kirsten Tönnies beschreibt den Gesundheitszustand des Wals als kritisch, äußert aber, dass es potenziell Fortschritte geben könnte. Die DLRG, vertreten durch Einsatzleiter Oliver Bartelt, wird am Mittwoch seine Arbeit einstellen, begleitet aber die Rettungsmaßnahmen am Dienstag. Ein Gurt soll zum Einsatz kommen, um den Wal über eine 100 Meter lange Rinne in Richtung der Barge zu ziehen, wobei der Gurt unterhalb der Brust des Tieres verlaufen und um die Flipper geschlungen werden soll. Diese neue Vorgehensweise ist das Ergebnis von Bedenken, die geäußert wurden; zuvor war geplant, den Wal rückwärts mit einer Plane in die Barge zu manövrieren, doch dieser Plan wurde zurückgewiesen, nachdem Tierärzte und Experten von dieser Methode abgeraten hatten. NDR berichtet.
Herausforderungen bei der Rettung
Das Schweriner Umweltministerium hat bisher keine offiziellen Unterlagen zu dem Gurteinsatz erhalten und weist darauf hin, dass es sich bei der Diskussion um Duldung handelt, nicht um Genehmigungen. Die Herausforderungen, vor denen das Rettungsteam steht, sind nicht zu unterschätzen. Wissenschaftler warnen vor den ernsthaften Gesundheitsproblemen des Wals und haben Bedenken hinsichtlich der Erfolgsaussichten einer Lebendbergung geäußert. Ein Tracker wurde zwar am Wal befestigt, allerdings funktioniert dieser nicht unter Wasser, was die Überwachung zusätzlich erschwert.
Die Meeresbiologin Fabian Ritter äußert sich skeptisch zu den Rettungsversuchen und warnt vor dem Stress, den der Transport für den Wal verursachen könnte. Die Tiermedizinerin Kerstin Alexandra Dörnath schildert die Situation eindringlich: Heftige Bewegungen des Wals seien kein gutes Zeichen, sondern deuteten auf Stress und die Gefahr eines Todeskampfes hin. Weitere medizinische Herausforderungen kommen hinzu: Ein Seil hängt aus dem Maul des Wals und könnte tiefer im Magen-Darm-Trakt festhängen, was die Situation weiter kompliziert. Laut Dörnath könnte es notwendig sein, eine gezielte Tötung des Wals in Betracht zu ziehen, um ihm unnötiges Leid zu ersparen. MDR berichtet.
Öffentliche Wahrnehmung und nächste Schritte
Die Öffentlichkeit verfolgt die Situation gespannt. Ein privates Team setzt weiterhin alles daran, den gestrandeten Buckelwal zu befreien. Die Rettungsinitiative hat bereits die „heiße Phase“ der Aktion vor der Insel Poel eingeläutet, mit dem Ziel, den Wal in flaches Wasser zu heben und ihn dann in die Nordsee oder den Atlantik zu schleppen.
Die lokale Bevölkerung und Naturfreunde drücken ihre Hoffnungen aus, dass die Aktion ein gutes Ende nimmt. Dennoch ist die Skepsis unter Experten groß. In Anbetracht der erschreckenden Umstände und der möglichen technischer und biologischer Hürden wird es entscheidend sein, die nächsten Schritte sorgfältig zu planen und die Gesundheit des Wals zu priorisieren.Stern beobachtet die Situation ebenfalls genau.