Ab dem 7. Juli startet in Hamburg ein spannendes Projekt, das die Parkraumkontrolle auf eine neue Ebene heben soll. Die Stadt setzt dafür einen speziellen Testwagen, auch bekannt als „Scan Car“, ein, der in zehn ausgewählten Bewohnerparkzonen Falschparker digital erfassen wird. Laut Mopo soll somit die lästige Zettelwirtschaft beim Parken der Vergangenheit angehören. Ein zusätzliches Plus: Jährlich werden so etwa 560 Kilometer Parkpapier-Rollen eingespart, was nicht nur praktisch, sondern auch umweltfreundlich ist.

Die neu installierten Schilder in den Testgebieten weisen nun auf die „Videokontrollzone Parken“ hin. Während der Testphase wird das Fahrzeug hauptsächlich in Harvestehude sowie in den Stadtteilen Borgfelde, Hohenfelde und Uhlenhorst unterwegs sein. Insgesamt sind 62 Bewohnerparkzonen in den Bezirken Eimsbüttel, Hamburg-Nord, Hamburg-Mitte und Altona betroffen.

Technik trifft Alltag

Das Scan Car ist mit vier Kameras ausgestattet und wird Kennzeichen mit digital hinterlegten Bewohner- und Besucherparkausweisen abgleichen. Dadurch werden auch Falschparker, die vor Feuerwehrausfahrten parken, schnell identifiziert. In den Testzonen müssen die Bewohner ihre Parkausweise nicht mehr ausdrucken und hinter die Windschutzscheibe legen – eine deutliche Erleichterung für viele, die darauf angewiesen sind. Stattdessen werden die Parkautomaten auf eine Kennzeichen-Eingabe umgestellt, sodass Autofahrer ihr Nummernschild eingeben, bevor sie an die Parkgebühren denken müssen.

Insgesamt finden in den Testgebieten rund 13.000 Parkplätze Platz. Sollte ein Falschparker entdeckt werden, wird ein Mitarbeiter des Landesbetriebs Verkehr (LBV) umgehend ein Knöllchen ausstellen. Übrigens wird das Fahrzeug von einem LBV-Mitarbeiter gesteuert und ist keineswegs autonom unterwegs. Für die Testphase wurden zudem 20 zusätzliche LBV-Mitarbeiter abkommandiert.

Ein Blick über den Tellerrand

Die Idee hinter den Scan Cars kommt nicht von ungefähr. Baden-Württemberg diskutiert ähnliche Lösungen, insbesondere um die Parkraumkontrolle für Menschen mit Behinderung zu erleichtern. Hier könnten beispielsweise Kennzeichen in einer Datenbank hinterlegt oder eine App-Anbindung entwickelt werden, um schnell auf die jeweilige Parksituation reagieren zu können. Zudem wird über die Integration von RFID-Chips in Parkausweise nachgedacht, die von Scanfahrzeugen ausgelesen werden können.

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Das Verfahren hat das Potenzial, die Effizienz der Parkraumkontrolle erheblich zu steigern, auch wenn manuelle Sichtkontrollen in der Anfangsphase weiterhin notwendig sein könnten, um sicherzustellen, dass die richtigen Fahrzeuge die Parkplätze nutzen.

Nach einem Jahr Testbetrieb könnte das Projekt gegebenenfalls in weitere Bewohnerparkgebiete ausgeweitet werden, wenn sich der Einsatz des Scan Cars bewährt. Die gescannten Kennzeichen werden dabei sofort gelöscht, wenn ein gültiger Parkausweis vorliegt, was den Datenschutz gewährleistet.

Wer also in einer der Testzonen lebt und einen gültigen Bewohnerparkausweis besitzt, muss sich keine großen Gedanken machen. Die Umstellung der Parkautomaten soll bis 2027 hamburgweit abgeschlossen sein – das Parken in Hamburg könnte also bald noch einfacher und schneller vonstattengehen.