In Hoheluft-Ost, wo das Bistroflair der Marsbar die Nachbarschaft belebt, gibt es Neuigkeiten, die für einige gemischte Gefühle sorgen könnten. Die Marsbar, bekannt für frische, schmackhafte Gerichte, hat Insolvenz angemeldet. Die Betreiberfirma, die LOM Gastronomiebetriebsgesellschaft mbH & Co. KG, sieht sich mit den Folgen der Coronapandemie und den steigenden Kosten in der Gastronomie konfrontiert. Es ist ein harter Schlag für ein Lokal, das sich in einem denkmalgeschützten Pförtnerhäuschen befindet und eine treue Kundschaft hat.
Doch die Betreiber, allen voran Inhaber Cemal Kaynar, bleiben optimistisch. „Eine ganz schnelle Lösung“ ist in Sicht, und der Betrieb soll ohne Einschränkungen weiterlaufen. Kaynar zeigt sich zuversichtlich und hebt hervor, dass das Team seit Beginn des Jahres gut aufgestellt ist. Insolvenzberaterin Jennie Best schätzt die Chancen für den Erhalt der Bar als positiv ein, was hoffentlich auch für die vielen Stammgäste ein Lichtblick ist.
Die Gastronomie unter Druck
Die Situation der Marsbar ist kein Einzelfall. Laut aktuellen Berichten steigen die Insolvenzen in der Gastronomie seit 2025 zum vierten Mal in Folge. Über 2.900 Betriebe waren betroffen, das ist der höchste Stand seit 2011. Ein Anstieg von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist alarmierend. Seit 2020 haben mehr als 11.200 Gastronomiebetriebe das Handtuch geworfen, und fast 69.000 Unternehmen haben in diesem Zeitraum geschlossen.
Was treibt die Branche in den Abgrund? Die Pandemie, die Energiekrise und die Inflation haben der Gastronomie schwer zugesetzt. Besonders kleine, inhabergeführte Betriebe, wie die Marsbar, kämpfen ums Überleben, während die großen Ketten, darunter bekannte Namen wie Sausalitos und Vapiano, ebenfalls in die Knie gezwungen wurden. Die Mehrwertsteuersenkung für Speisen zu Beginn des Jahres könnte zwar etwas Luft verschaffen, doch für viele Wirte sind die steigenden Lohnkosten und die explodierenden Preise für Waren und Energie kaum noch tragbar.
Ein Blick in die Zukunft
Die Besucherzahlen in Restaurants und Bars gehen zurück, während das Bestellen nach Hause zunimmt. Bei fast 40 Prozent der Unternehmen liegt die Eigenkapitalquote bei weniger als 10 Prozent, und ein Drittel der Betriebe schreibt Verluste. Das ist nicht gerade der Zustand, in dem man sich wünschen würde, ein Lokal zu eröffnen oder zu führen. Dennoch ist es ermutigend zu sehen, dass Cemal Kaynar und sein Team in Hoheluft-Ost den Kopf nicht in den Sand stecken. Der Geist der Marsbar könnte trotz der Herausforderungen weiterhin leuchten.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Werden die positiven Einschätzungen von Kaynar und Best in die Realität umgesetzt? Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Situation entwickelt und ob wir uns bald wieder bei einer Tasse Kaffee in der Marsbar treffen können – dem kleinen, charmanten Ort, der so viel mehr ist als nur ein Bistro.