Hamburgs Gewässer im Aufbruch: ReBoat befreit von verwahrlosten Kajaks und Kanu-Schrott
Heute ist der 13.07.2026, und in Hamburg-Nord dreht sich alles um ein ganz besonderes Projekt: Die Aktion zur Einsammlung herrenloser Kajaks und Kanus hat begonnen. Das Unternehmen ReBoat, engagiert und mit einem klaren Ziel vor Augen, wurde vom Bezirksamt Hamburg-Nord beauftragt, um dem unschönen Anblick von verwahrlosten Wassersportgeräten ein Ende zu setzen. Und das ist auch gut so, denn die Beschwerden der Anwohner über die wilden Lagerstätten häufen sich.
Bereits am ersten Einsammeltag wurden am Kuhmühlenteich gut 30 Boote, darunter Kajaks, Paddelboote und Stand-up-Paddleboards, aus ihrer tristen Lage befreit. Diese Boote, die schon seit Monaten nicht mehr genutzt wurden, zeigten sich in einem erbärmlichen Zustand – sichtlich verwahrlost und voller Schmutz. ReBoat hat sich mit drei Mitarbeitern, einer Flex und zwei langen Bootsanhängern bestens ausgestattet, um die Herausforderung zu meistern. Die gesammelten Schätze werden nun zentral an der Böschung der Eilenau, unter Bäumen und Hecken, eingelagert.
Eine Herausforderung für die Umwelt
Die positive Resonanz auf das Projekt ist unübersehbar. Anwohner bedanken sich für den Einsatz, doch es bleibt ein großes Fragezeichen: Wie wird die Entsorgung künftig finanziert? Eine Auktion der nicht abgeholten Boote könnte eine Lösung sein. Das Bezirksamt prüft zudem eine mögliche Ausweitung des Projekts auf weitere Bezirke, denn die Notwendigkeit, gegen das wilde Lagern von Sportgeräten vorzugehen, ist klar. Schilder und Bußgelder wurden bereits durch Bezirk Nord und die Umweltbehörde in die Wege geleitet, um dem Problem Herr zu werden.
Doch die rechtlichen Rahmenbedingungen sind alles andere als klar. Es gibt keine eindeutige Regelung zur Entfernung von Schrott-Kanus, da deren Besitz nicht registriert ist. Das bedeutet, dass Eigentümer, die ihre Boote zurückhaben möchten, sich per E-Mail an ReBoat wenden müssen. Dort kann dann, nach einem Nachweis des Eigentums, gegen eine Gebühr das Boot abgeholt werden. Diese Gebühr variiert je nach Einlagerungszeit und Bootstyp – eine kleine Hürde, die aber viele sicher gerne in Kauf nehmen, um ihre Schätze zurückzubekommen.
Ein Blick auf die Abfallwirtschaft
In Anbetracht der vielen herrenlosen Boote erinnert uns dieses Projekt an die grundlegenden Prinzipien der Abfallwirtschaft. Seit 1972 hat sich hier einiges getan. Der Paradigmenwechsel von der Beseitigungswirtschaft zur Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein ernsthaftes Ziel, das die Schonung natürlicher Ressourcen und eine umweltverträgliche Abfallbewirtschaftung in den Fokus rückt. Die fünfstufige Abfallhierarchie – von der Vermeidung über das Recycling bis hin zur Beseitigung – leitet uns in die richtige Richtung.
Ein wichtiger Aspekt, der nicht vergessen werden darf: Abfälle müssen von Anfang an getrennt gesammelt werden, damit eine stoffliche Verwertung überhaupt möglich ist. So gilt seit 2015 die Verpflichtung zur getrennten Sammlung von Altpapier, Altglas, Kunststoffabfällen und sogar Bioabfällen – und das betrifft auch Elektrogeräte und Altbatterien. In diesem Kontext ist die Einsammlung der herrenlosen Kanus und Kajaks ein kleiner, aber bedeutsamer Schritt in die richtige Richtung.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation in Hamburg entwickelt. Vielleicht gelingt es, nicht nur die Stadt von Schrott-Kanus zu befreien, sondern auch ein Bewusstsein für die Verantwortung in Bezug auf unsere Umwelt zu schaffen. Wer weiß, vielleicht sind wir in ein paar Jahren stolz auf eine saubere und umweltfreundliche Wasserlandschaft!
